Myanmars vom Militär gestützte Regierung hat die Gefängnisstrafe der inhaftierten Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi weiter verkürzt. Kurz darauf wurde die 80-Jährige aus dem Gefängnis in den Hausarrest verlegt, wie das Staatsfernsehen am Donnerstag meldete.
Journalisten erhielten vom militärischen Informationsdienst der Regierung auch ein Foto, auf dem Suu Kyi in einem Rock und einer traditionellen weißen Bluse auf einer Holzbank sitzt. Bei ihr waren Uniformierte zu sehen.
Die Haftstrafen Suu Kyis wurden staatlichen Medien zufolge im Rahmen einer Amnestie aus Anlass eines Feiertags zu Ehren Buddhas reduziert. Dabei wurden die Gefängnisstrafen von 1519 Gefangenen, darunter 11 Ausländer, um ein Sechstel verringert. Im Fall von Suu Kyi bedeute dies nach Einrechnung früherer Strafmilderungen, dass die 80-Jährige noch mehr als 13 Jahre absitzen müsse, verlautete aus Justizkreisen.
Erst am 17. April hatte die Regierung in Myanmar zahlreiche Begnadigungen ausgesprochen, unter anderem für den beim Militärputsch gegen Suu Kyis Regierung gestürzten Präsidenten Win Myint. Die Haftstrafen von Suu Kyi und Tausenden anderen wurden vor zwei Wochen ebenfalls um ein Sechstel gekürzt.
2021 putschte der General Min Aung Hlaing gegen die Regierung von Suu Kyi und führte das Land jahrelang an der Spitze einer Militärjunta. Am 10. April wurde er nach einer Wahl, die Beobachter weder als frei noch fair einstuften, als Präsident vereidigt und versprach Begnadigungen, um damit zur Aussöhnung beizutragen.
Nach dem Putsch waren friedliche Proteste mit tödlicher Gewalt niedergeschlagen worden. Demokratieaktivisten verbündeten sich mit ethnischen Minderheiten zum bewaffneten Widerstand. Ein großer Teil des Landes ist heute in einen Bürgerkrieg verwickelt.
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