Der seit Mitternacht geltende Tankrabatt hat in den frühen Morgenstunden an vielen Tankstellen die Spritpreise fallen lassen. Genauere Zahlen lagen zunächst nicht vor. Beim Blick in die Tankstellen-App des ADAC zeigten sich aber vielerorts bereits Preise unter 2 Euro – insbesondere beim günstigeren Superbenzin der Sorte E10, teilweise auch bei Diesel.
In München kostete E10 kurz nach 6 Uhr bei den meisten angezeigten Tankstellen deutlich unter 2 Euro – teilweise sogar weniger als 1,90 pro Liter. Bei Diesel wurde die 2-Euro-Marke in mehr als der Hälfte der Fälle unterschritten. Auch in Berlin war E10 bei der klaren Mehrheit der angezeigten Tankstellen am Morgen billiger als 2 Euro. Bei Diesel war dies nur selten der Fall.
Die Preise fielen laut ADAC schon in der Nacht recht rasch um 7 bis 8 Cent. Als am Morgen fast alle Tankstellen öffneten, sanken sie weiter. Am Vormittag habe eine deutlich stärkere Dynamik mit Preissenkungen eingesetzt, erläuterte das Bundeskartellamt, gerade im Vergleich zu den Tagen zuvor.
Viele Tankstellen haben „günstig“ aufgemacht. Allerdings habe die Preisspitze am Donnerstag zu den höchsten seit der kürzlichen Einführung der Regel gehört, dass Tankstellen die Preise nur noch einmal täglich – nämlich um 12.00 Uhr – anheben dürfen. Belegbare Zahlen lagen nicht vor, doch in den sozialen Netzwerken häufen sich Einzelberichte von Verbrauchern, wonach die Preise wieder deutlich in die Höhe schossen:
Tatsächlich näherte sich Diesel beispielsweise in München ab 12 Uhr erneut der 2-Euro-Marke, wie ein Tankvergleich ergab. E5 kostete kurz nach 12 Uhr im Schnitt rund 2,129 Euro pro Liter und damit etwa 12 Cent mehr als noch vor Mittag, berichtet die „Bild“. Diesel verteuerte sich ebenfalls um rund 12 Cent auf zuletzt etwa 2,172 Euro je Liter. Der Preis für E10 lag mit rund 2,072 Euro wieder leicht über der Marke von zwei Euro, nachdem er zuvor noch bei etwa 1,956 Euro gelegen hatte.
Trotz des Anstiegs zur Mittagszeit lagen die Preise weiterhin unter dem Niveau des Vortags. Am Donnerstagnachmittag hatte E5 bei rund 2,161 Euro pro Liter gelegen, E10 bei etwa 2,105 Euro und Diesel bei rund 2,191 Euro.
Auch der ADAC kritisierte, der Rabatt sei „nur zum Teil angekommen“. Weiter heißt es: „Erklären lässt sich das damit, dass sich aktuell noch höher versteuerter Kraftstoff in den Tanks befindet“, betonte der ADAC. „An diesem Wochenende muss die Steuersenkung aber vollständig weitergegeben werden.“ Schließlich habe der Gesetzgeber die Energiesteuersätze für Diesel und Benzin um jeweils 14,04 Cent je Liter reduziert, befristet für zwei Monate.
Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils müsste sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben – gerundet entspreche das den häufig genannten 17 Cent.
Ob der steuerliche Rabatt in Höhe von 16,7 Cent komplett weitergegeben wird, lässt sich noch nicht beurteilen. Experten hatten erwartet, dass der Rabatt erst schrittweise an den Zapfsäulen ankommen könnte.
Ein Grund dafür: Der Steuervorteil gilt nur für Kraftstoffe, die nach Mitternacht die Tanklager oder Raffinerien verlassen haben, nicht aber für die Lagerbestände der Tankstellen.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche forderte indes bei der Mineralölwirtschaft ein, dass die Steuersenkung bei den Verbrauchern ankomme. „Das ist keine Bitte, das ist eine klare Erwartung“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. „Das Bundeskartellamt hat nach unserem ersten Maßnahmenpaket bessere Instrumente als je zuvor und erste Untersuchungen aufgenommen. Wenn es Anzeichen für eine Nichtweitergabe der Steuersenkung gibt, erwarte ich unverzügliche Maßnahmen.“
Das Ministerium werde die Weitergabe der Steuersenkung genau im Blick behalten, so Reiche. „Auch unabhängige Akteure wie die Monopolkommission oder das Ifo Institut werden hier genau hinschauen, engmaschig Daten auswerten und die Ergebnisse transparent machen.“
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