Lange galten Kreuzberg und Berlin als Randalehauptstadt. Doch davon ist nichts mehr übrig.
Dabei startete die sogenannte revolutionäre 1.-Mai-Demonstration in ihrem einstigen Stammland. Mitten in Kreuzberg am Oranienplatz. Sie führte durch den linken Szenekiez, vorbei am SO36, über die Wiener Straße, entlang am Görlitzer Park bis hinüber in die Neukölln.
Wer wissen will, was der 1. Mai früher hier war, sollte sich bei YouTube Bilder aus Kreuzberg in den 80er- und 90er-Jahren anschauen. Brennende Barrikaden, geplünderte Supermärkte, fliegende Steine. Es ist gut, dass diese Zeiten vorbei sind. Bis auf die Rhetorik erinnert kaum noch etwas an früher.
Berlin glich am 1. Mai einer großen Party. Selbst im Bioladen legten Techno-DJs auf. Kurzum, die Stadt war maximal unbeeindruckt von der Demonstration zum Tag der Arbeit und dem Zug mit seinen vielen Splittergruppen von Migrantifa über Ende Gelände bis hin zum antimilitaristischen Block.
Der 1. Mai ist friedlicher geworden
Die linke Szene ist und bleibt für die Mehrheit der Gesellschaft nicht anschlussfähig. Welcher Arbeiter hat Lust, sich ins Gesicht schreien zu lassen?
Berlin wirkte so gelangweilt von der Veranstaltung, dass die Demonstration sich zwischenzeitlich selbst verlor. Der Kopf war schon in Neukölln, während das Ende noch in Kreuzberg festhing. Noch nie musste eine 1.-Mai-Demonstration minutenlang warten und einfach stehen bleiben. Am Ende wurde sogar die Route verkürzt.
Dass es gegen Mitternacht zu kleineren Scharmützeln mit der Polizei am Endpunkt kam, ist eingepreist. Insgesamt bestätigt sich ein Trend der vergangenen Jahre. Der 1. Mai ist friedlicher geworden. Die Menschen haben in der Mehrheit keine Lust auf Krawall. Und das ist gut so.
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