Wie steht es um die Kerosin-Vorräte in Deutschland? Nach dem israelischen Staatsbesuch in Berlin wird ein bemerkenswertes Detail bekannt: Israel liefert im Zuge der Energiekrise eigenen Angaben zufolge Kerosin nach Deutschland.
Dies geschehe auf Anfrage des deutschen Energieministeriums und wegen der „Krise in der Straße von Hormus“, teilten das israelische Außenministerium und das israelische Energieministerium am Abend mit.
Außenminister Gideon Saar habe bei seinem heutigen Besuch in Berlin die deutsche Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU) über den Schritt informiert, hieß es in einer Erklärung. Vonseiten der Bundesregierung gab es für die Angaben zunächst keine Bestätigung.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hatte jüngst dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt, dass Kerosinmangel für Deutschland kein Thema sei. Es gebe ausreichend Raffinerien, die Kerosin herstellen können.
Im April hatte sich auch der Nationale Sicherheitsrat mit der Energiekrise infolge des Iran-Kriegs befasst. Aus Teilnehmerkreisen hieß es, die Vorräte an Kerosin seien als „für eine absehbare Zeit“ ausreichend erachtet worden. Man sei sich allerdings der „angespannten Situation“ bewusst und werde die Lage weiter intensiv beobachten.
Mit dem Iran-Krieg hat sich der Preis für Kerosin mehr als verdoppelt, Experten warnen vor Engpässen im Sommer für Deutschland. Eilig einberufene Gipfeltreffen verliefen bislang ergebnislos. Die Bundesregierung sieht sich nicht als Kraftstoffhändler – und hinsichtlich der nationalen Rohölreserve könnten Sommer-Urlauber das Nachsehen haben.
Zuletzt warnte die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, angesichts steigender Kerosinpreise davor, Flugreisen in den Sommerferien schuldenfinanziert zu subventionieren. „Ich sehe schon mit Beginn der Sommerferien die nächste Rabatt-Diskussion aufziehen, schließlich wird Kerosin knapper und teurer“, sagte Schnitzer.
Wenn es nicht mehr genug Kerosin gebe, könne man nicht mehr so viel fliegen, dann müssten Urlaubspläne geändert werden. „Aber man kann, auch ohne zu fliegen, einen schönen Urlaub machen“, erklärte Schnitzer. „Wir können nicht den Sommerurlaub durch Schulden auf Kosten unserer Kinder subventionieren.“
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.