• DIW-Ökonom Marcel Fratzscher plädiert für direkte Geldzahlungen zur Entlastung der Bürger.
  • Entlastungsprämie durch Unternehmen sei sozial unausgeglichen.
  • Hilfe sollte unbürokratisch sein.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, spricht sich angesichts steigender Lebenshaltungskosten für direkte staatliche Geldzahlungen an Bürgerinnen und Bürger aus. Die geplante steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro durch Arbeitgeber sei zwar in Ordnung, jedoch "bei weitem nicht die beste Lösung".

"Sozial sehr unausgeglichen"

Zwar gebe die Regelung Unternehmen einen Anreiz, Beschäftigten einen steuerfreien Bonus zu zahlen. Allerdings könnten sich viele Firmen eine solche Zahlung nicht leisten. Zudem würden Menschen ohne Erwerbsarbeit – etwa Rentnerinnen, Rentner oder Studierende – gar nicht profitieren. Deshalb sei die Maßnahme "sozial sehr unausgeglichen".

DIW-Präsident fordert schnelle Unterstützung

Als beste Lösung bezeichnete Fratzscher direkte staatliche Auszahlungen an die Bevölkerung – ähnlich der Energiekostenpauschale aus dem Jahr 2022. Damals hatten Erwachsene pauschal 300 Euro erhalten. Solche Hilfen ließen sich schnell und unbürokratisch umsetzen und kämen allen zugute. Menschen mit niedrigen Einkommen würden dabei besonders stark entlastet, sagte Fratzscher. Wichtig sei zudem, dass Menschen selbst entscheiden könnten, "wofür sie das Geld brauchen".

Aufwendige Bedürftigkeitsprüfungen sieht Fratzscher kritisch. Wenn Einkommen und individuelle Situationen erst geprüft werden müssten, brauche ein solches Instrument Jahre. Nötig seien deshalb "unmittelbar schnelle und unbürokratische" Hilfen.

MDR(mbe)

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