US-Kriegsminister Pete Hegseth hat Spekulationen über stark aufgezehrte Munitions- und Raketenvorräte des US-Militärs heruntergespielt. „Wir wissen genau, was wir haben. Wir verfügen über reichlich von dem, was wir brauchen“, sagte er in einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Die Debatte um die Vorräte sei „törichterweise und wenig hilfreich übertrieben“ worden, führte Hegseth weiter aus.

Generalstabschef Dan Caine betonte, dass ihm die Regionalkommandos des US-Militärs ausreichende Munitionsvorräte für die derzeitigen Missionen melden würden.

Am Wochenende hatte US-Senator Mark Kelly behauptet, die Munitions- und Raketenvorräte des US-Militärs seien stark aufgezehrt. Es sei „schockierend, wie stark wir diese Bestände aufgebraucht haben“, sagte er in der CBS-Sendung „Face The Nation“. Es werde Jahre dauern, um diese Bestände wieder aufzubauen.

Als Mitglied des Streitkräfte-Ausschusses hatte das Pentagon den demokratischen Senator aus Arizona über bestimmte Munitionsarten informiert – nach Kellys Aussage gehörten dazu etwa Angaben zu Raketen der Typen Tomahawk, ATACMS, SM-3 oder für Patriots.

Kelly warnte, die USA könnten im Falle eines längeren Angriffs nicht in der Lage sein, ihr Land zu verteidigen. Die Vereinigten Staaten würden sich dann in einer schlechteren Lage befinden, „als wir es sonst wären, wenn dieser Krieg im Iran nicht stattgefunden hätte“. Er kritisierte, dass Trump die USA in einen Krieg „ohne strategisches Ziel, ohne Plan, ohne Zeitplan“ hineingezogen habe.

Kosten des Iran-Kriegs auf 29 Milliarden Dollar gestiegen

Das US-Kriegsministerium beziffert die Kosten des Iran-Kriegs inzwischen auf 29 Milliarden Dollar (rund 25 Milliarden Euro). Pentagon-Finanzchef Jules Hurst nannte diese Summe am Dienstag bei einer Haushaltsanhörung im Kongress. Das sind rund vier Milliarden Dollar mehr als Ende April von Hegseth angegeben.

Hurst sagte bei der Anhörung, an der auch Hegseth und Generalstabschef Dan Caine teilnahmen, das Pentagon habe die Kosten am 29. April noch auf 25 Milliarden Dollar geschätzt. Durch aktualisierte „Kosten für die Reparatur und den Ersatz von Ausrüstung“ lägen sie nun aber eher bei 29 Milliarden Dollar.

Abgeordnete der oppositionellen Demokraten warfen der Regierung mangelnde Transparenz über die wahren Kriegskosten vor. Sie verlangten zudem Aufschluss über die langfristige Strategie im Iran.

Hegseth hat für das kommende Jahr die Rekord-Haushaltssumme von 1,5 Billionen Dollar für sein Ministerium veranschlagt. Das sind rund 50 Prozent mehr als im laufenden Jahr. Das Pentagon begründet den Anstieg unter anderem mit der von Präsident Donald Trump angekündigten „Goldenen Flotte“ moderner US-Kriegsschiffe und den kostspieligen Plänen für einen Raketenabwehrschirm namens „Golden Dome“ (etwa: Goldene Kuppel).

Haushaltsentscheidungen bedürfen der Zustimmung des Kongresses. Auch in den Reihen von Trumps Republikanern gibt es Skepsis, ob sich den Wählern ein so deutlicher Anstieg des Militärbudgets vermitteln lässt. Im November finden die Zwischenwahlen zum Kongress statt, die als wichtiger Stimmungstest für Trump gelten. Laut Umfragen ist die Zustimmung unter anderem durch den Iran-Krieg gesunken.

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