Der AfD-Europaabgeordnete Petr Bystron darf einem Medienbericht zufolge derzeit nicht nach Großbritannien einreisen. Bystron wollte einem Bericht des Portals „T-Online“ zufolge ursprünglich am Samstag als Redner an einer geplanten Großdemonstration des landesweit bekannten Rechtsextremisten und Anti-Islam-Aktivisten Tommy Robinson teilnehmen. Am Donnerstag jedoch teilte ihm die britische Visa- und Einwanderungsbehörde, die zum Innenministerium gehört, demnach schriftlich mit: „Ihr Antrag auf eine elektronische Reisegenehmigung (ETA) wurde verweigert.“
Das Portal schreibt, ihm liege das Schreiben der Behörde vor. Zum Grund der Einreiseverweigerung heiße es darin weiter: „Wir sind davon überzeugt, dass Ihr Aufenthalt im Vereinigten Königreich dem öffentlichen Wohl nicht dienlich ist.“
Bystron sagte „T-Online“, dass der Bescheid eine „Bankrotterklärung“ sei. „Wer im Jahr 2026 Einreiseverbote für europäische Politiker verhängt, die bei einer Demo reden sollen, der hat Angst vor der Wahrheit.“ Die Regierung Starmer sei „in Panik“ und „am Ende“.
Der AfD-Politiker gehört damit zu mehreren rechten Politikern und Aktivisten, denen die Einreise vor der Demonstration untersagt wurde. Öffentlich bekannt ist bisher, dass neben Bystron auch den beiden EU-Parlamentariern Dominik Tarczynski der polnischen PiS-Partei und Filip Dewinter vom belgischen Vlaams Belang die Einreise untersagt wurde. Laut Medienberichten betroffen sind außerdem die „MAGA“-Influencer Joey Mannarino und Valentina Gomez, die erfolglos auch für die Republikaner in den USA kandidierte.
Diejenigen, „die Hass und Gewalt schüren wollen“, hätten in Großbritannien keinen Platz, sagte Premierminister Keir Starmer bei einem Besuch einer Einsatzzentrale der Londoner Metropolitan Police laut der Nachrichtenagentur PA. Demnach wurden insgesamt elf Einreiseverbote verhängt.
Bei einer Demonstration im September 2025 konnte der Rechtsextreme Tommy Robinson, der auch den „Unite the Kingdom“-Marsch am Samstag organisiert, mehr als 100.000 Menschen mobilisieren. Stellenweise kam es zu Ausschreitungen, mehrere Polizisten wurden verletzt.
Die Organisatoren der Demo würden „Hass und Spaltung“ schüren, warnte Starmer, dessen Labour-Regierung sich derzeit in einer tiefen Krise befindet. Wer auf den Straßen Londons Chaos anrichte, müsse „mit der ganzen Härte des Gesetzes rechnen“. „Meine Regierung wird sich stets für friedliche Proteste einsetzen, aber entschlossen gegen Hass vorgehen.“
Auf der Plattform X echauffierte sich Robinson bereits über die Regierung. Starmer sei „der Feind der Briten“, schrieb er. Robinson, der eigentlich Stephen Yaxley-Lennon heißt, ist einer der bekanntesten Rechtsextremen Großbritanniens und höchst umstritten. Der frühere Chef der rechtsextremen Vereinigung English Defence League ist bekannt für seine islamfeindlichen Aktivitäten und geriet bereits mehrmals in Konflikt mit dem Gesetz.
Die Londoner Polizei plant indes am Samstag einen Großeinsatz. Etwa 4000 Beamte seien in der britischen Hauptstadt im Einsatz, heißt es in einer Mitteilung. Neben dem rechten Marsch ist auch eine größere propalästinensische Demonstration geplant. Mit strengen Beschränkungen und Vorkehrungen will die Polizei Zusammenstöße der beiden Demos verhindern.
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