Das israelische Militär hat alle restlichen Boote einer Aktivistenflotte auf dem Weg in den Gazastreifen abgefangen. Die Organisatoren der Global Sumud Flotilla teilten am Dienstag mit, Hunderte festgenommene Aktivisten aus mehr als 40 Ländern würden „unter Zwang“ von einem israelischen Schiff in einen nicht genannten Hafen gebracht. Sie forderten „die sofortige bedingungslose Freilassung all unserer Beteiligten sowie der mehr als 9.000 ungerechterweise festgehaltenen palästinensischen politischen Gefangenen“.
Live-Bilder auf der Webseite der Organisation zeigten bewaffnete israelische Soldaten, die an Bord von Booten gingen, während Aktivisten in Rettungswesten ihre Hände hochhielten. Soldaten zerstörten dann Kameras, die auf den Schiffen montiert waren.
Israel hat den Aktivisten vorgeworfen, ihre Flotte sei als Provokation gedacht und habe nicht wirklich vor, Hilfslieferungen in den Gazastreifen zu bringen. Die Boote transportierten lediglich eine symbolische Menge an Hilfsgütern.
Der italienische Außenminister Antonio Tajani forderte eine Untersuchung zum Einsatz von Gewalt durch israelische Soldaten, nachdem italienische Aktivisten berichtet hatten, dass diese Gummigeschosse auf Boote abgefeuert hätten.
Laut der Webseite wurden die ersten Boote der Flotte knapp 270 Kilometer von der Küste des Gazastreifens entfernt abgefangen. Die Boote waren vergangene Woche von der Türkei losgefahren. Am Montag hinderte die israelische Marine etwa 41 Boote der Flotte in internationalen Gewässern vor Zypern an der Weiterfahrt und nahm die Insassen fest.
Außenministerium: Aktivisten „auf dem Weg nach Israel“
Die Global Sumud Flotilla erklärte am späten Dienstagabend, 428 festgesetzte Aktivisten aus mehr als 40 Ländern seien weiterhin „nicht auffindbar“, da sie weder Kontakt zu Anwälten noch zu konsularischer Unterstützung hätten und ihre Familien nicht über ihren Aufenthaltsort informiert worden seien.
Das israelische Außenministerium teilte am Dienstagabend mit, „alle 430 Aktivisten“ seien auf israelische Schiffe gebracht worden. Weiter hieß es, die Aktivisten seien „auf dem Weg nach Israel, wo sie ihre konsularischen Vertreter treffen können“. In einem Beitrag auf X wurde die Flotte als „PR-Stunt im Dienst der Hamas“ bezeichnet.
Unter den Beteiligten an der Flotte war auch eine Schwester der irischen Präsidentin Catherine Connolly. Ministerpräsident Micheál Martin nannte die Abfangaktion Israels „absolut inakzeptabel“.
Das US-Finanzministerium hat Sanktionen gegen europäische Aktivisten der Flotte verhängt und die Flotte als „pro-Terror“ bezeichnet.
Aktivisten wollen Proteste fortsetzen
Der italienische Aktivist Daniele Gallina befand sich mit sechs weiteren Personen an Bord eines Segelboots, das wegen technischer Probleme in einen Hafen auf Zypern umgeleitet wurde. Er sagte, er und seine Mitstreiter sähen ihre Mission als Versuch, Gaza der Welt zu öffnen.
Obwohl die Mission „vollkommen friedlich“ gewesen sei, zeigten die Maßnahmen des israelischen Militärs, dass internationales Recht inzwischen „offen missachtet“ werde. Er sagte, er und andere Aktivisten seien entschlossen, ihre Proteste fortzusetzen, „bis der Gazastreifen erreicht wird“.
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