Die AfD kommt in Sachsen laut einer Insa-Umfrage im Auftrag des Online-Portals „Nius“ auf 42 Prozent – sieben Punkte mehr als in der Vorjahresumfrage und der höchste jemals für die Partei in Sachsen gemessene Wert.

Gleichzeitig stürzt die CDU von Ministerpräsident Michael Kretschmer auf 21 Prozent ab – fünf Punkte weniger als zuvor. Es ist der schwächste Wert für die CDU in Sachsen, der jemals in einer Umfrage ermittelt wurde. Damit käme die AfD auf doppelt so viele Stimmen wie die Union.

Die Linkspartei liegt bei neun Prozent, das BSW verliert deutlich und kommt auf sieben Prozent. Die SPD und die Grünen erreichen sechs Prozent.

Die Umfrageergebnisse im Überblick:

  • AfD: 42 Prozent (+7 Punkte)
  • CDU: 21 Prozent (-5)
  • Linke: 9 Prozent (=)
  • BSW: 7 Prozent (-4)
  • SPD: 6 Prozent (=)
  • Grüne: 6 Prozent (+1)
  • Sonstige: 9 Prozent (+1)

Die sächsische Landtagswahl im September 2024 hatte die CDU knapp mit 31,9 Prozent vor der AfD mit 30,6 Prozent gewonnen. Das BSW schaffte es mit 11,8 Prozent auf Platz drei. Die SPD kam auf 7,3 Prozent, die Grünen schafften es mit 5,1 Prozent knapp in den Landtag. Kretschmer führt seitdem eine Minderheitsregierung von CDU und SPD an. Die nächste Landtagswahl in Sachsen findet 2029 statt.

Bereits in der Vorwoche hatte die AfD im Nachbarland Sachsen-Anhalt, wo im September gewählt wird, ebenfalls 42 Prozent erreicht. In beiden ostdeutschen Ländern zeichnet sich damit ein ähnlicher Trend ab.

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Rein rechnerisch könnte die AfD in Sachsen mit fast jeder anderen im Landtag vertretenen Partei eine Regierung bilden – 46 Prozent reichen für eine Regierungsbildung. Alle anderen Parteien haben eine Koalition allerdings ausgeschlossen. Die CDU hingegen käme selbst mit der SPD nur auf 27 Prozent und wäre damit auf die Unterstützung aller übrigen Fraktionen angewiesen.

Besonders auffällig ist das Wählerpotenzial der AfD: 49 Prozent der Sachsen haben die Partei entweder schon gewählt oder können es sich vorstellen. Nur 39 Prozent schließen eine AfD-Stimmabgabe kategorisch aus – laut Insa ein Tiefststand. Das maximale Potenzial der CDU liege dagegen lediglich bei 36 Prozent.

Trotz der schwachen Umfragewerte der CDU schneidet Kretschmer in einer hypothetischen Direktwahl zum Ministerpräsidenten deutlich besser ab als sein AfD-Herausforderer Jörg Urban. 44 Prozent würden aktuell für den Amtsinhaber stimmen, nur 20 Prozent für Urban. Vor allem ältere Wähler und Anhänger von CDU, SPD, Grünen und Linken halten dem Ministerpräsidenten die Treue.

Die allgemeine Stimmungslage spiegelt sich jedoch in der Bewertung der Landesregierung wider: Nur 35 Prozent sind zufrieden, 58 Prozent geben an, unzufrieden zu sein.

Für die Umfrage befragte Insa zwischen dem 13. und 20. Mai 1000 Teilnehmer online. Die Fehlerquote liegt bei rund drei Prozentpunkten.

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