• Kommission dementiert Bericht über Rentenalter ab 70 Jahren.
  • Beamte sollen wohl nicht in gesetzliche Rente einbezogen werden.
  • Reiche blickt auf China und will "das Arbeitsvolumen steigern".

Die Experten-Kommission zur gesetzlichen Rente hat einen Bericht der "Bild"-Zeitung dementiert, wonach sie empfehlen wolle, das Renteneintrittsalter von heute 67 Jahren schrittweise zu erhöhen – bis Anfang der 2040er-Jahre auf 68 Jahre, bis Anfang der 2050er auf 69 und Anfang der 2060er-Jahre auf 70 Jahre. Dieses Alter für die Rente würde dann für ab etwa 1990 geborene Menschen gelten. Das Gremium allerdings widersprach dieser Darstellung.

Die Zeitung hatte geschrieben, die Kommission wolle auch dazu raten, das Renten-Niveau nach 2031 schrittweise leicht zu senken, von 48 auf dann 46 Prozent der Durchschnittseinkommen. Dem Bericht zufolge soll unter den 13 Mitgliedern der Kommission umstritten sein, ob auch Beamte künftig in die gesetzliche Rente einzahlen sollten. Eine Mehrheit sei hier dagegen.

CDU, CSU und SPD haben noch für das laufende Jahr eine Reform angekündigt. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte diese Woche: "Ich wünsche mir, dass wir bis zum Sommer auch die Eckpunkte einer Rentenreform einvernehmlich in der Koalition festgelegt haben, mehr oder weniger." Einen Gesetzentwurf werde es aber "sicherlich erst im Herbst geben können".

Die Co-Vorsitzende der Kommission, Constanze Janda, lehnte einen Kommentar zu dem "Bild"-Bericht jetzt allerdings ab: "Wir haben in der Kommission strikte Vertraulichkeit vereinbart und werden unsere Arbeit Ende Juni abschließen und unseren Bericht am 29. Juni vorlegen."

Die schwarz-rote Koalition will neben der Rente auch Reformen der Einkommenssteuer, am Arbeitsmarkt und in Verwaltungen angehen. Bis zur Bundestags-Sommerpause ab Mitte Juli sollen Einigungen stehen.

CDA gegen pauschal höheres Rentenalter

Der Arbeitnehmerflügel der CDU kritisiert die Überlegungen zum Rentenalter. Eine pauschale Anhebung auf 70 Jahre wäre "der falsche Schritt", sagte Dennis Radtke, der Vorsitzende der Christlichen Demokratische Arbeitnehmerschaft: "Wir haben schon heute Menschen, die aufgrund der Belastung keine Chance haben, überhaupt bis 67 zu arbeiten." Eine Erhöhung des Rentenalters sei nur möglich, wenn das dann "an die Entwicklung der Lebenserwartung gekoppelt" werde und an "Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente".

Reiche gegen Frühverrentungen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat in der Debatte einen "Stopp von Frühverrentungsprogrammen" gefordert. Andernfalls verliere Deutschland "selbst bei sehr hoher Produktivität pro Stunde", sagte die CDU-Politikerin dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Werde hier im Schnitt 1.337 Stunden pro Jahr gearbeitet, seien es in China gut 2.000 Stunden. "Wir müssen darüber nachdenken, wie wir das Arbeitsvolumen steigern", sagte Reiche dazu. 

AFP/Reuters/ots, MDR (ksc)

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.