Diebstahl, Brandstiftung, Vandalismus: Die Deutsche Bahn ist einem Bericht von „Bild“ zufolge in diesem Jahr bereits in 2200 Fällen zum Ziel von Saboteuren geworden. Das seien sieben Prozent mehr Vorfälle als im Vorjahreszeitraum, wie aus einem internen Lagebild hervorgeht, das der Zeitung vorliegt.
Der jüngste Anschlag ereignete sich in der Nacht auf Dienstag: Im niedersächsischen Neu Wulmstorf brannte demnach ein Verteilerkasten, der für die Leit- und Sicherheitstechnik der Bahn wichtig sei. Rund 200 Zugfahrten seien ausgefallen, Tausende Pendler hätten auf den Schienenersatzverkehr ausweichen müssen. Am Abend lief der Regionalverkehr teilweise wieder an.
Prognosen zur Dauer der Reparatur konnte die Bahn zunächst nicht geben. „Wir arbeiten durchgehend auf Hochtouren“, sagte ein Sprecher am Abend. Fachleute sind den Angaben der Bahn zufolge seit dem frühen Morgen im Einsatz, um die Schäden zu begutachten und das weitere Vorgehen zu prüfen.
Nach Polizeiangaben meldete ein Zeuge gegen 1.15 Uhr Feuerschein an einem Technikgebäude eines Bahnübergangs. Als die ersten Rettungskräfte eintrafen, war das Feuer nahezu erloschen – allerdings brannte in 50 Metern Entfernung ein Verteilerkasten. Dieses Feuer beschädigte den Angaben zufolge Signalleitungen, der Zugverkehr wurde daher unterbrochen. Die Feuerwehr löschte den Brand.
Die Polizei sicherte Spuren an den Brandstellen. Diese Spuren sprächen für Brandstiftung, sagte ein Polizeisprecher. Die Täterschaft sei aber noch unklar. Die Polizei sucht seinen Worten zufolge dringend nach Zeugen.
Auch in NRW Brandanschlag
Immer wieder führen Brandanschläge auf die Infrastruktur der Bahn zu spürbaren Einschränkungen im Bahnverkehr. In Nordrhein-Westfalen hatte am Wochenende ebenfalls ein mutmaßlicher Brandanschlag eine wichtige Bahnstrecke lahmgelegt, zahlreiche Kabel an der Hauptstrecke zwischen Düsseldorf und Köln wurden von Bränden in Kabelschächten beschädigt. Es kam auch zu einem Böschungsbrand, der von der Feuerwehr gelöscht wurde.
Sicherheitskreise vermuteten einen Sabotageakt. Auf der linken Plattform indymedia.org tauchte ein mutmaßliches Bekennerschreiben auf.
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