Das US-Militär hat nach eigenen Angaben die zweite Angriffswelle des Tages gegen den Iran gestartet. Diese habe um 15:00 US-Ostküstenzeit (21:00 Uhr deutscher Zeit) begonnen, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs Centcom auf der Plattform X mit.
Die Angriffe richten sich demnach gegen militärische Fähigkeiten des Irans, die dafür genutzt worden seien, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen. Eine ähnliche Begründung hatte das US-Militär auch für Angriffe in den vergangenen Tagen gegeben.
Trump will keine Frist festlegen
US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran jüngst einmal mehr mit Angriffen auf zivile Infrastruktur gedroht. Auf die Frage einer Journalistin, ob er dem Iran ein Ultimatum gebe, bevor das US-Militär mit Bombenangriffen auf Brücken beginnen würde, sagte Trump nun: „Ich mag es nicht, Fristen zu setzen.“
Am Dienstag hatte Trump noch gesagt, nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie (die Iraner) kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“, sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Trump kündigte zudem heftige Angriffe auch in den kommenden Nächten an.
Insidern zufolge sollen die jüngsten US-Angriffe auf den Iran nicht nur die Straße von Hormus offenhalten, sondern zudem mögliche umfassendere Militäroperationen vorbereiten. Die Bombardements sollten die iranische Luftabwehr sowie Radaranlagen und Raketenstellungen schwächen, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute US-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters.
Dies erweitere die militärischen Optionen von US-Präsident Donald Trump. Einem der Insider zufolge handele es sich um vorbereitende Maßnahmen für den Fall, dass die US-Streitkräfte den Befehl für intensivere Einsätze erhielten. Das US-Verteidigungsministerium reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Trotz schwerer Verluste seit dem Beginn der US-israelischen Angriffe Ende Februar verfügt der Iran weiter über ein beträchtliches Drohnen- und Raketenarsenal. Damit greift das Land unter anderem Tanker in der Straße von Hormus an. Um die wichtige Wasserstraße besser abzusichern, hat das US-Militär einem Reuters-Bericht vom März zufolge Pläne für eine Entsendung von Truppen an die iranische Küste ausgearbeitet. Dabei sei auch der Einsatz von Bodentruppen auf der Insel Charg diskutiert worden, über die 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt werden.
Eine solche Operation gilt als riskant, da der Iran die Insel vom Festland aus mit Raketen und Drohnen unter Beschuss nehmen könnte. Trump hatte am Dienstag erklärt, er habe das Militär angewiesen, die Ölanlagen auf Charg bei bisherigen Angriffen zu verschonen.
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