Das Café Eule im Westen Berlins befindet sich in einem umgebauten Container mitten im Grünen des Gleisdreieckparks. „Hier gibt’s für alle Parkbesucher bei gemütlicher Atmosphäre hausgemachte Kleinigkeiten und Kuchen zum Genießen“, heißt es in der Beschreibung auf Visit Berlin. „Limonade, Tee, Kuchen oder Quiche lassen sich auf den Bänken zwischen den Kleingärten verspeisen.“ Doch offenbar gilt das nicht für jeden Besucher.

Mit den Worten „No Latte for AfD“ veröffentlichte die Betreiberin ein Video auf dem öffentlichen Instagram-Account des Cafés. „Ey Leute, heute war wieder ein Tag, kommt so ein Typ“, begann sie den knapp 8000 Followern zu erzählen. „AfDler, hatte das auch noch so schön an seiner Krawatte.“ Dieser habe dann bei ihr einen Latte Macchiato bestellen wollen, was er „Latte Matschiato“ ausgesprochen habe.

Die Gastronomin berichtet weiter von der unangenehmen Begegnung. „Ich so: ‚Ich geb Ihnen keinen Latte Matschiato.‘ Und dann sagt er echt so: ‚’Ne Gastronomin, die muss voll unpolitisch sein.‘ Und ich so: ‚Nö.‘“

Einen Tag später legte die Betreiberin mit einem neuen Video nach, in dem sie über die negativen Reaktionen klagt, nachdem sie dem „AfD-Volltroll den Kaffee verweigert“ hat. „Was dann immer passiert: Man kriegt negative Bewertungen, als ob man irgendwie eine Gastronomie in Grund und Boden richtet. Mich ganz sicher nicht“, gab sich die Gastronomin, die das Café seit neun Jahren betreibt, kämpferisch. „Wir werden immer, immer, immer existieren und ich werde immer, immer, immer, wenn ich es erkenne, keinen Nazis Kaffee ausschenken, wieder, heute, Morgen.“

Man müsse ihr auch nicht erklären, dass sie mit „denen“ reden muss. „Gebt mir doch eine schlechte Rezension. Ich stell die öffentlich, kein Thema. Mach doch, meine Kuchen sind lecker“, sagte sie.

Kurz darauf folgte ein drittes Video. „Ich habe ja gestern davon berichtet, dass so ein AfD-Vollschmock bei uns Kaffee wollte und ich mich geweigert habe, Kaffee an ihn auszuschenken“, erzählte sie erneut. „Und dann geht es in Deutschland so richtig rund. Dann fangen die ganzen Trolle an, einen zu beschimpfen, oft mit schlechter Grammatik oder mit so merkwürdigen Attitüden: ‚Du bist hässlich!‘“

Dabei findet sie sich selbst eigentlich ganz hübsch, meinte die Betreiberin und kündigte an: „Es hat mich darin bestärkt, ein Schild aufzuhängen, dass wir keinen Kaffee an Nazis oder solche, die es werden wollen oder solche, die sich einfach für die AfD entscheiden, ausschenken wollen. Ich danke euch.“

Meinungen zu Verhalten der Gastronomin sind gespalten

Doch damit ist die Begegnung mit dem AfD-Mann für die Café-Betreiberin noch nicht abgehakt. In der Instagram-Story teilte sie ein Foto von einem gelben Schild mit der Aufschrift „Zutritt nur mit Mindesthirn!“ und schreibt dazu: „Sollte überall gelten.“

Die Reaktionen auf das Verhalten der Gastronomin sind gespalten. „Danke für deinen Einsatz, sehr mutig!“, „Das nennt man Haltung“ und „So fühlt sich Diskriminierung an. Die eigene Medizin schmeckt nie“, kommentierten Nutzer. Andere sehen die Nicht-Bewirtung von AfD-Anhängern kritisch. „Das ist undemokratisch. Als Wirt würde ich den Linken, den Rechten und allen dazwischen einen Kaffee verkaufen. Mich interessiert es nicht, es sind Kunden und solange jeder respektvoll handelt, wird er auch bedient“, befand ein Nutzer.

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