Die frühere Bundesministerin Renate Künast sorgt auf X erneut mit der Verbreitung kruder Thesen für Aufsehen. Die Grünen-Politikerin hat einen Beitrag geteilt, in dem Jens Spahn und weiteren Politikern unterstellt wird, mithilfe von Leihmutterschaft eine „eigene Elite“ schaffen zu wollen.
Der viel diskutierte Post bezieht sich unter anderem auf den inzwischen zurückgetretenen Unions-Fraktionschef Spahn, der in dieser Woche öffentlich gemacht hatte, mithilfe einer Leihmutterschaft Vater geworden zu sein. Auch der CDU-Abgeordnete Hendrik Streeck wird darin genannt. In dem von Künast weiterverbreiteten Beitrag heißt es, „Leute wie Spahn, Streek und ihre MAGA-Idioten-Freunde wollen sich selbst vermehren und mit ihren ‚tollen Genen‘ eine eigene Elite schaffen“.
Als weiteres Beispiel wird der Unternehmer Elon Musk angeführt, der mehrere „künstlich gezeugte Kinder“ haben soll. Konkrete Belege für die Behauptungen werden nicht genannt.
Dass die Grünen-Politikerin, die von 2003 bis 2025 im Bundestag saß, solche kruden Behauptungen weiterverbreitet, löste scharfe Kritik aus. Viele Nutzer reagierten fassungslos und warfen Künast vor, durch das Teilen des Beitrags eine unbelegte und ideologische Verschwörungstheorie verbreitet zu haben. Die ehemalige Landwirtschaftsministerin äußerte sich zunächst nicht zu der Kritik.
Gerade erst sorgte Künast auf X für Aufsehen, als sie „Bild“-Chefredakteur Paul Ronzheimer unterstellte, im Interview mit Spahn zu der kontroversen Leihmutterschaft aufgrund seiner persönlichen Freundschaft zu unkritisch mit dem zu diesem Zeitpunkt Noch-Unions-Fraktionschef gewesen zu sein. Später rechtfertigte sie sich und schrieb: „Ich habe ja nicht das Zustandekommen kritisiert, sondern gesagt: aha, … Allerdings habe ich die Milde des Interviewers kritisiert. Steh ich zu.“
Künast verbreitete mehrfach fragwürdige Inhalte
Zudem geriet Künast in der Vergangenheit bereits wegen der Verbreitung fragwürdiger Inhalte in sozialen Netzwerken in die Kritik. Im April teilte sie ein gefälschtes Zitat, das Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zugeschrieben wurde. Das Zitat, in dem Netanjahu Spanien drohte, erwies sich später als Fälschung.
Im Dezember 2024 wollte Künast zudem mit einem Beitrag über den „palästinensischen Jesus“ Abschiebungen kritisieren. „An diesen Tagen feiern alle die Geburt eines palästinensischen Juden, dessen Eltern mittellos umherziehen. Danach geht wieder das Rennen darum los, wer am gnadenlosesten abschiebt und Migranten öffentlich wirkungsvoll drangsaliert.“ Sie zitierte damit den Publizisten und Historiker Nils Minkmar, der dies in seinem Newsletter schrieb.
Kritik regte sich insbesondere wegen ihrer Bezeichnung von Jesus als „palästinensischen Juden“. Autor Andreas Hallaschka schrieb: „Jeder Satz von Renate Künast ist falsch. Jesus war ein Jude aus Judäa. Die römische Provinz wurde erst über 100 Jahre später Palästina genannt. Josef war alles andere als mittellos, nämlich Handwerker und Grundbesitzer. Jesu Eltern zogen auch nicht umher, sondern reisten vom Wohnort Nazareth nach Bethlehem.“
Kritik kam damals auch aus der eigenen Partei: Grünen-Parteikollege Volker Beck nannte die Aussage einen „peinlichen Ausrutscher in der theologischen Tradition von Kairos-Palästina und Deutschen Christen, die die Zugehörigkeit Jesu zum jüdischen Volk aus der Geschichte herausschreiben wollen“. Beck ist Präsident der deutsch-israelischen Gesellschaft. Er warf Künast damit indirekt Antisemitismus vor.
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