Im Landkreis Würzburg ist ein 20 Jahre alter Mann festgenommen worden, der aus möglicherweise israelfeindlichen oder antisemitischen Motiven einen 65-Jährigen angegriffen haben soll.
Gegen den Syrer sei Haftbefehl wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung erlassen worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft München am Dienstag mit. Sein Opfer erlitt einen Wirbelbruch und weitere Verletzungen.
Nach Angaben der Ermittler kam es in der Nacht zum Montag im unterfränkischen Höchberg zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern.
Der Beschuldigte soll den 65-Jährigen anschließend körperlich angegriffen und ihm Schläge sowie Fußtritte auch gegen den Kopf versetzt haben. Der Mann wird derzeit stationär in einem Krankenhaus behandelt, befindet sich nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa aber nicht in Lebensgefahr.
Die Generalstaatsanwaltschaft München übernahm die Ermittlungen, weil nach ihren Angaben „Anhaltspunkte für eine israelfeindliche und islamistische Tatmotivation“ bestehen. Weitere Einzelheiten zum Tatablauf nannten die Behörden mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst nicht.
Der Tatverdächtige wurde laut Polizei noch am Tatort festgenommen. Bei der Festnahme soll er Widerstand geleistet haben; ein Polizeibeamter wurde dabei leicht verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der 20-Jährige bereits zuvor unter anderem wegen Körperverletzungsdelikten strafrechtlich in Erscheinung getreten.
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) erklärte, bei dem Verletzten handele es sich um eines ihrer Mitglieder. Nach Darstellung des Vereins sei der Mann vor dem Angriff wegen eines am Revers getragenen Ansteckers mit israelischer Flagge angesprochen worden. Die DIG sprach von einem „antisemitischen Angriff“ und kündigte für Freitag eine Mahnkundgebung gegen antisemitische Gewalt in Würzburg an.
DIG-Präsident Volker Beck äußerte sich in einer Mitteilung des Vereins: „Ich bin schockiert über diesen antisemitischen Angriff.“ Weiter sagte er: „Die Enthemmung antisemitischer Gewalt in Deutschland hält an.“ Ob der Angriff tatsächlich antisemitisch motiviert war, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.