Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat eigenen Angaben zufolge sechs Schiffe in der Region im Rahmen ihrer verkündeten „Blockade“ zur Umkehr gezwungen. Das berichtete die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba unter Berufung auf deren Militärkreise.
Innerhalb von 24 Stunden seien sechs Schiffe nach Warnungen der Huthi umgekehrt, berichtete Saba. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es bisher nicht. Saba berichtete auch nicht, wo genau die Schiffe mutmaßlich umkehrten. Nach Angaben des Schiffsdatenanbieters LSEG drehten zwei mit saudi-arabischem Rohöl für China und Indien beladende Tanker im Roten Meer um und nahmen Kurs auf den Suezkanal.
Die Huthi hatten am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angekündigt. Die rund 27 Kilometer breite Straße trennt die arabische Halbinsel vom afrikanischen Kontinent. Sie verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und damit dem Indischen Ozean. Mit der Blockade droht eine zweite Front im Iran-Krieg zwischen dem Iran und seinen Stellvertretern und den USA und ihren Verbündeten in der Region.
Trump drohte der Miliz im Falle einer Blockade mit einer Intervention. „Falls so etwas passiert, werden wir uns darum kümmern“, sagte Trump am Dienstag während eines Treffens mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus. „Wir sind schon früher gegen die Huthi s vorgegangen, und wir haben seitdem nichts mehr von ihnen gehört.“
Die Huthi kontrollieren im Jemen vor allem den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von hier aus können sie mit ihrem Arsenal aus Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern auch Schiffe angreifen. Seit 2023 hatten die Huthi mit Angriffen im Roten Meer – seinerzeit im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg – den Welthandel bereits massiv beeinträchtigt. Im Rahmen der EU-Operation „Aspides“ beteiligt sich die Bundeswehr deshalb am Schutz von Handelsschiffen in der Meerenge.
Die Huthis warnen Reedereien davor, saudi-arabische Häfen zu nutzen. Schiffen sei es untersagt, dort Fracht zu laden oder zu löschen, heißt es in einer E-Mail der mit dem Iran verbündeten Miliz vom 20. Juli, die bei mehreren Reedereien eingegangen ist und von Reuters eingesehen wurde. Solche Aktivitäten könnten dazu führen, dass die Schiffe „an jedem Ort“ von den Huthis angegriffen würden.
Wegen der faktischen Blockade der Straße von Hormus exportiert Saudi-Arabien einen großen Teil seines Öls derzeit über eine Pipeline aus dem Osten zum Hafen Janbu am Roten Meer. Eine vollständige Schließung der Meerenge Bab al-Mandab würde die saudi-arabischen Ölexporte nach Asien stoppen und könnte das weltweite Ölangebot um sieben Prozent verringern – mit drastischen Folgen für die Weltwirtschaft.
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