Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Sankt Petersburg sind nach Behördenangaben drei Menschen verletzt worden. Ein Lagerhaus des Onlinehändlers Wildberries in der Nähe der Stadt sei in Brand gesetzt worden, erklärte der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, am Freitag im Internet.

59 Drohnen seien abgeschossen worden. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah am Morgen Rauch über der Stadt aufsteigen. Videos in den sozialen Netzwerken zeigten einen massiven Brand und eine enorme Rauchsäule.

Der Flughafen Pulkowo setzte zwischenzeitlich den Betrieb aus und nahm ihn gegen 06.00 Uhr (Ortszeit, 05.00 Uhr MESZ) wieder auf. Rund 50 Abflüge waren betroffen. Insgesamt schoss Russland nach eigenen Angaben in der Nacht 571 Drohnen ab.

Sankt Petersburg liegt mehr als 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Es war der dritte ukrainische Angriff auf einen Wildberries-Standort innerhalb der vergangenen Tage. Die ukrainische Armee hatte zuletzt in Russland verstärkt Logistik- und Infrastruktur-Einrichtungen ins Visier genommen. Damit will sie nach eigenen Angaben den Nachschub für die russischen Truppen bei ihrer Offensive in der Ukraine stören.

Wildberries hat sich zum Branchenführer entwickelt

Wildberries wurde 2004 von der damaligen Lehrerin und jungen Mutter Tatjana Kim gegründet. Zunächst wurde hauptsächlich Kleidung verkauft. Seitdem hat sich die Plattform mit dem violetten Logo zu einem Branchenführer entwickelt, der es großen wie kleinen Unternehmen ermöglicht, ihre Waren im ganzen Land zu verkaufen, indem sie deren Bestände lagert, versendet und ausliefert. Im April schätzte Forbes Russia Kims Vermögen auf 8,1 Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro).

Angeboten werden die unterschiedlichsten Waren wie Bekleidung, Bücher, Kosmetika, Spielzeug, Haushaltsgeräte und Sportartikel. Auch eine Seite namens „E-Apotheke“ und einen Reisebereich gibt es, in dem Flugtickets oder Hotels gebucht werden können. 2021 kaufte Kim eine kleine Bank und machte sie zur Wildberries Bank, gegen die inzwischen von der EU und Großbritannien Sanktionen verhängt wurden. Nach Angaben Kims vom vergangenen Jahr hat das Unternehmen mehr als 200 Standorte mit mehr als 5,2 Millionen Quadratmetern und wollte weiter expandieren.

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