Nach dem Verdacht gegen einen 13-jährigen Jungen in Zwickau, eine schweren Straftat geplant zu haben, sind neue Details bekannt geworden. Unter anderem die „Freie Presse“ berichtet, mit dem Vater des Jungen gesprochen zu haben. Demnach stammt die betroffene Familie aus Syrien. Dem Vater zufolge ist nicht nur der 13-Jährige, sondern auch dessen zehnjähriger Bruder aus der Wohnung geholt und weggebracht worden. Der Ältere sei im Krankenhaus psychologisch untersucht worden.
Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, waren am Mittwochabend zahlreiche Streifen- und Mannschaftswagen der Polizei in die Zwickauer Innenstadt ausgerückt. Auslöser sei gewesen, dass der 13-Jährige auf Social Media mit einem Anschlag gedroht haben soll.
Beamte des Landeskriminalamts und des SEK Sachsen seien in das Mehrfamilienhaus an der Nicolaistraße gestürmt und hätten die Wohnung von Mahmoud A., dem Vater, gestürmt. Das nahegelegene Weinfest auf dem Zwickauer Hauptmarkt sei während des Einsatzes nicht geräumt worden, dort hätten sich jedoch mehrere Polizeifahrzeuge positioniert.
Mahmoud A. bestätigte der „Bild“, dass es einen Zusammenhang zwischen den Social-Media-Aktivitäten seines Sohnes und dem Polizeieinsatz gebe. Er sagte: „Ja, er hatte da etwas geschrieben. Es ging auch um Religion. Das ist aber schon Wochen her und ich habe das alles gelöscht.“
Vater hält Einsatz für unverhältnismäßig
Die Polizei habe Handys, eine Playstation und ein iPad konfisziert, berichtet „Bild“. Bis 4 Uhr sei Mahmoud A. verhört worden, einer Einweisung seines Sohnes in eine Psychiatrie habe er zugestimmt.
Der „Freien Presse“ erklärte der Vater, dass er nicht glaube, dass sein Sohn eine Straftat geplant habe. Den Polizeieinsatz, bei dem die Kinder zu Boden gebracht und gefesselt worden seien, halte er für unverhältnismäßig. Die Familie habe den Einsatz als traumatisierend erlebt. Er selbst lebe seit fünf Jahren in Deutschland, erst später habe er die Familie nachgeholt.
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