Die britische Rechtsaußenpartei Reform UK hat wegen eines vom Vorsitzenden der Grünen, Zack Polanski, weiterverbreiteten Fotos mit einer Guillotine und einer Anspielung auf Reform-Chef Nigel Farage die Polizei eingeschaltet. Reform UK habe den Vorgang angezeigt, erklärte der führende Parteipolitiker Zia Yusuf am Montag im Onlinedienst X.
Yusuf bezeichnete die Veröffentlichung als „Anstiftung zum Mord“. Sie erfolgte gut zwei Wochen nach der Tötung der früheren britischen Ministerin und Reform-UK-Sprecherin Ann Widdecombe. „Wenn Zack Polanski bis morgen um diese Zeit nicht in Polizeigewahrsam ist, hat die Polizei die Jagd auf Parlamentsmitglieder eröffnet“, schrieb Yusuf unter anderem.
Das von Polanski auf Instagram weiterverbreitete Foto zeigte einen Mann, der ein Siegeszeichen machte und ein T-Shirt mit einer Guillotine und dem Schriftzug „We're only making plans for Nigel“ trug. Der Spruch ist eine Zeile aus einem Lied der britischen Rockband XTC aus dem Jahr 1979.
Die britischen Grünen erklärten, Polanski „verurteile das Bild“. Er habe die Weiterverbreitung eines Beitrags mit mehreren Fotos bestätigt, ohne zu bemerken, dass dieser weitere Bilder enthalten habe, die er zuvor nicht gesehen habe.
„Wenn ein Kandidat der Reformpartei im Stadtrat einem linken Politiker mit dem Tod drohen würde, wäre das tagelang die Schlagzeilen im ganzen Land“, argumentierte hingegen Yusuf. „Der Vorsitzende einer großen linken Partei tut dies jedoch gegen den Vorsitzenden von Reform UK, und es wird kaum beachtet.“
Reform-UK-Chef Nigel Farage kommentierte den Vorgang mit den Worten: „Wenn ich etwas ähnlich Aufhetzendes veröffentlichen würde, würde ich mit einer Verhaftung rechnen, und das sollte Polanski auch.“
Polizei prüft den Vorgang
Das Foto war Teil einer von einem freiberuflichen Fotografen veröffentlichten Bilderreihe von einer Veranstaltung, an der Polanski am Sonntag in Bristol teilgenommen hatte. Der Beitrag wurde am Montag bearbeitet und das umstrittene Bild entfernt.
Die Polizei erklärte im Onlinedienst X, sie prüfe den Vorgang. Farage hatte wiederholt Sorgen um seine persönliche Sicherheit geäußert.
Reform-Politikerin Widdecombe war am 9. Juli tot in ihrem Haus im südwestenglischen Devon gefunden worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde die 78-Jährige 21 Mal mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen. Ein 28-Jähriger wurde wegen Mordes angeklagt.
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