Der CDU-Abgeordnete Fritz Güntzler hat die Probleme durch seine kurzfristige Absage der Übernahme des Postens des Bundesverkehrsministers bedauert. „Ich hätte um Bedenkzeit bitten müssen. Das war ein großer Fehler“, sagte Güntzler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Natürlich habe ich den Kanzler mit meinem Vorgehen in Schwierigkeiten gebracht, und das bedaure ich sehr.“

Der Finanzpolitiker aus dem Bundestag hatte das Jobangebot von Kanzler Friedrich Merz (CDU) zunächst angenommen, dann aber wenige Stunden vor der geplanten Verkündung der Personalie wieder abgesagt. Merz konnte dann am vergangenen Freitag nur einen Teil der geplanten Kabinettsumbildung verkünden. Zudem geriet er auch in der CDU wegen des Umgangs mit dem bisherigen Amtsinhaber Patrick Schnieder (CDU) in die Kritik, für den die Personalie zur tagelangen Hängepartie wurde. Schnieder hatte am Sonntag selbst um Entlassung gebeten, um den „unwürdigen Zustand“ zu beenden.

„Die Situation hat mich einfach überfordert“, sagte der 60-jährige Güntzler. „In dem Moment habe ich nicht richtig funktioniert.“ Dies ärgere ihn, „weil es meinem Anspruch an mich selbst nicht genügt“.

Güntzler lobt Reaktion von Merz auf Absage

Güntzler betonte, er habe sich letztlich für den Posten nicht geeignet gefühlt. „Ich habe mit Verkehrspolitik noch nie etwas zu tun gehabt“, sagte er. „Und es wäre für mich nicht vertretbar, dass ich sechs Monate lang nur vom Blatt ablese, was Mitarbeiter des Ministeriums mir aufschreiben, weil ich selbst keine Ahnung von den Themen habe.“

Die Reaktion von Merz auf seine kurzfristige Absage lobte Güntzler. Der CDU-Chef sei nicht wütend geworden, das Gespräch sei „äußerst wertschätzend“ gewesen. Er habe dem Kanzler offen gesagt, dass er kein gutes Gefühl habe und der falsche Mann für das Amt wäre. „Er hat sehr fair und sehr menschlich reagiert.“

Güntzer berichtete, er habe am Rande der Unionsfraktionssitzung am Mittwoch kurz persönlich mit Merz gesprochen und sich noch einmal für seine Kehrtwende entschuldigt. „Er hat vorgeschlagen, dass wir uns mal auf ein Bier treffen“, so der Bundestagsabgeordnete. Nach dem persönlichen Austausch mit dem Kanzler sei er „unheimlich erleichtert“ gewesen.

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