Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew und ihre Umgebung in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden 14 Menschen getötet. 27 weitere Menschen seien verletzt worden, teilt der Rettungsdienst auf Telegram mit.
Demnach wurden Wohnhäuser und Lagerhallen beschädigt. „Der Feind greift erneut gezielt Zivilisten und zivile Infrastruktur an“, erklärte die Militärverwaltung von Kiew im Onlinedienst Telegram. In einem 20-stöckigen Wohnhaus brach nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko ein Feuer aus. Ursache dafür sei „wahrscheinlich ein Raketeneinschlag“. Zudem seien mehrere Lagerhallen getroffen worden, erklärte er.
Zudem gab es erste Berichte über Schäden in mindestens sieben Bezirken. Die Luftabwehr war im Einsatz. Im Bezirk Holossijiw seien zwei Verletzte aus den Trümmern eines Lagergebäudes geborgen worden, teilte Klitschko mit. Eine Such- und Rettungsaktion dauerte zunächst noch an. Es werde befürchtet, dass sich noch weitere Menschen unter den Trümmern befinden könnten.
Ein Mensch kam nach Angaben der Regionalbehörden westlich der Hauptstadt im Bezirk Butscha ums Leben. Mehr als 20 Menschen seien im Umland von Kiew verletzt worden.
Im Bezirk Obolon seien mehrere Brände ausgebrochen. Im Bezirk Desna geriet laut Klitschko ebenfalls ein Lagerhaus in Brand, Trümmerteile einer Rakete seien in der Nähe eines Wohngebiets heruntergefallen.
Gouverneur: Lager des Online-Händlers Wildberries brennt in Tula
In der russischen Region Tula ist nach Angaben des Gouverneurs unterdessen bei einem ukrainischen Drohnenangriff ein Logistikzentrum des Online-Händlers Wildberries in Brand geraten. Ein Mensch sei verletzt worden, teilt Dmitri Miljajew auf Telegram mit.
Der russische Marktführer Wildberries bestätigt den Angriff auf Telegram. Die Beschäftigten seien in Sicherheit gebracht worden, die Lieferströme würden umgeleitet. Die ukrainischen Streitkräfte haben seit Mitte Juli mehr als ein Dutzend Anlagen von Wildberries mit Drohnen angegriffen und zum Teil erheblich beschädigt. Miljajew zufolge wurden zudem zwei Industrieanlagen in der Stadt Nowomoskowsk und im Gebiet Uslowaja sowie zwei Wohnhäuser in einem anderen Teil der Region Tula beschädigt.
Krieg dauert bereits viereinhalb Jahre
Die Ukraine verteidigt sich seit viereinhalb Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg. Immer wieder kommt auch die Hauptstadt unter Beschuss. Erst in der Nacht zum Samstag hatte Russland Kiew mit heftigen Angriffen mit ballistischen Raketen überzogen. Dabei wurden mindestens 9 Menschen getötet und mehr als 30 weitere verletzt.
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben nicht mehr genug Abfangraketen, um Russlands Angriffe mit ballistischen Raketen erfolgreich abzuwehren.
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