Bei dem russischen Angriff auf die Region Kiew in der Nacht zu Mittwoch mit mindestens 15 Toten konnte die ukrainische Armee nach eigenen Angaben keine einzige Rakete abschießen. Die russische Armee habe die Ukraine mit 98 Drohnen und 28 Raketen angegriffen, nur die Drohnen seien abgefangen worden, erklärte die Luftwaffe. Kiew klagt seit längerem über einen Mangel an Abwehrraketen für die Luftverteidigung.
Nach ukrainischen Militärangaben wurden Wohnhäuser und Lagerhallen beschädigt. „Der Feind greift erneut gezielt Zivilisten und zivile Infrastruktur an“, erklärte die Militärverwaltung von Kiew im Onlinedienst Telegram. In einem 20-stöckigen Wohnhaus brach nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko ein Feuer aus. Ursache dafür sei „wahrscheinlich ein Raketeneinschlag“. Zudem seien mehrere Lagerhallen getroffen worden, erklärte er. Zudem gab es Berichte über Schäden in mindestens sieben Bezirken.
Das russische Verteidigungsministerium in Moskau sprach von einem Massenangriff mit Präzisionswaffen, der sich gegen Logistik- und Verteilzentren militärischer Güter gerichtet habe.
Gouverneur: Lager des Online-Händlers Wildberries brennt in Tula
In der russischen Region Tula ist nach Angaben des Gouverneurs unterdessen bei einem ukrainischen Drohnenangriff ein Logistikzentrum des Online-Händlers Wildberries in Brand geraten. Ein Mensch sei verletzt worden, teilt Dmitri Miljajew auf Telegram mit.
Der russische Marktführer Wildberries bestätigt den Angriff auf Telegram. Die Beschäftigten seien in Sicherheit gebracht worden, die Lieferströme würden umgeleitet. Die ukrainischen Streitkräfte haben seit Mitte Juli mehr als ein Dutzend Anlagen von Wildberries mit Drohnen angegriffen und zum Teil erheblich beschädigt. Miljajew zufolge wurden zudem zwei Industrieanlagen in der Stadt Nowomoskowsk und im Gebiet Uslowaja sowie zwei Wohnhäuser in einem anderen Teil der Region Tula beschädigt.
Krieg dauert bereits viereinhalb Jahre
Die Ukraine verteidigt sich seit viereinhalb Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg. Immer wieder kommt auch die Hauptstadt unter Beschuss. Erst in der Nacht zum Samstag hatte Russland Kiew mit heftigen Angriffen mit ballistischen Raketen überzogen. Dabei wurden mindestens 9 Menschen getötet und mehr als 30 weitere verletzt.
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