Spanien hat Italiens Regierung ultimativ zur Beendigung der wegen der Ceuta-Krise eingeführten Grenzkontrollen aufgefordert. „Sollte sie dies bis Sonntag, den 9. August, nicht tun, sieht sich Spanien gezwungen, verhältnismäßige Maßnahmen zum Schutz der Interessen und der Würde seiner Bürger zu ergreifen“, zitierte der staatliche spanische TV-Sender RTVE wie auch andere spanische Medien aus einer offiziellen Mitteilung der Regierung in Madrid.

Die Grenzkontrollen sind nach spanischer Auffassung unfair, den Interessen der EU zuwiderlaufend und diskriminierend gegenüber der eigenen Bevölkerung. Eine Reaktion der Regierung in Rom ist bislang nicht bekannt.

Meloni hatte Schengen-Abkommen ausgesetzt

Italien hatte das Schengen-Abkommen über den freien Personenverkehr in der EU gegenüber Spanien seit vergangenem Samstag angesichts der Migrationskrise in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta ausgesetzt. Vorübergehend hatten rund 72.000 Menschen von Marokko aus Ceuta innerhalb weniger Stunden erreicht. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete den Schritt als „außergewöhnliche Maßnahme“, die ergriffen worden sei, „um die nationale Sicherheit zu gewährleisten und mögliche Auswirkungen für unser Land zu verhindern“.

Italien hat keine Landgrenze mit Spanien. Die von Meloni verkündete Maßnahme betrifft den See- und Luftverkehr. Vor allem Reisende ohne EU-Staatsbürgerschaft sollten überprüft werden.

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