Dimitrij Medwedjew teilt weiter aus. Auf der Plattform X schmähte der frühere russische Präsident die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. „Alte Hexe Ursula hat ukrainische Flaggen in ihrem Profil“, bemängelte er. „Das bedeutet, sie gibt einen Dreck auf Europa – alles, was zählt, ist die Banderisten-Clique und Sanktionen. Weil es der EU doch so gut geht, oder?“ Als Banderisten werden Anhänger der revolutionären und radikal antisemitischen Organisation Ukrainischer Nationalisten bezeichnet.

„Egal, was die verrückte Gynäkologin sagt, Russland wird garantiert gewinnen!“, ergänzte Medwedjew wohl in Anspielung auf von der Leyens Medizinstudium und ihre frühere Arbeit in einer Frauenklinik in Hannover.

Vergangene Woche hatte die EU-Kommissionspräsidentin als Reaktion auf die neuerlichen Angriffe Russlands bekannt gegeben, dass die Europäische Union 1,4 Milliarden Euro aus den Zinserträgen eingefrorener russischer Zentralbankvermögen als Ukraine-Hilfe überweisen werde.

Abseits der Präsidentin der Europäischen Kommission störte sich Medwedjew auch am Verhalten der japanischen Regierung anlässlich des Jahrestags des Atombombenabwurfs auf Hiroshima am 6. August. „Was für eine Schande, dass Japans Premierminister oder irgendein anderer japanischer Amtsträger bei der kürzlichen Rückerinnerung an die Atombombardements von Hiroshima und Nagasaki nicht ein einziges Mal erwähnt hat, wer dafür verantwortlich war“, beanstandete er auf X.

„Japan ist ein Vasall der Vereinigten Staaten“, ergänzte der Parteivorsitzende von Einiges Russland, „und irgendwann wird es zu einem Rōnin.“ Bei einem Rōnin handelt es sich um einen Samurai, der herrenlos geworden ist, weil sein Herr verstorben oder er bei diesem in Ungnade gefallen ist und verstoßen wurde.

Mit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine hatte Medwedjew die Rolle eines martialischen Lautsprechers des Kremls eingenommen. Zuletzt hatte er behauptet, die Europäische Union habe einseitig einen Krieg mit Russland begonnen. In einem KI-generierten Video-Post hatte er Fotos von Bundeskanzler Friedrich Merz, des damaligen britischen Premierministers Keir Starmer sowie von Ursula von der Leyen geschreddert. Und er hatte Finnland gedroht, weil der Staat ein Verbot gegen die Stationierung von Atomwaffen aufgehoben hatte. „Ihr Land steht jetzt auf Russlands Liste der Atomwaffenziele. Freu dich, Finnland, du hast den Gipfel der Sicherheit erreicht!“

Einen eher nüchternen Blick auf den stets drohenden Medwedjew offenbarte unlängst der Kreml-Experte Alexej Wenediktow im WELT-Interview. Dieser verhalte sich zu Wladimir Putin wie Robin zu Batman – ein Vergleich, den er gegenüber einem US-amerikanischen Botschafter geäußert hatte.

„Mein Vergleich tauchte in den Files von Wikileaks auf“, erinnerte er sich. „Einen Monat später saßen wir wieder bei Putin im Kreml und er sprach mich darauf an: ‚Sehr lustig, nicht wahr, Alexej? Deinetwegen musste ich zwei Filme anschauen, um zu verstehen, wer dieser Robin ist. Medwedjew ist im Übrigen sehr unzufrieden mit diesem Vergleich!’“

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.