Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat sich angesichts der historisch niedrigen Pegelstände für einen Ausbau der Flüsse in Deutschland ausgesprochen. „Wir brauchen einen Ausbau der Wasserstraße, um langfristig für mehr Zuverlässigkeit zu sorgen“, sagte der CDU-Politiker dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
Vertrauen in die Binnenschifffahrt könne nur bestehen, wenn es nicht regelmäßig zu Niedrigwasserproblemen komme. Die Wasserstraße sei der umweltfreundlichste Verkehrsträger und verdiene daher Unterstützung.
Zudem kündigte Bilger an, sich für die volle Förderung von Schiffen einzusetzen, die für Niedrigwasser geeignet sind. Die für 2027 vorgesehenen Mittel waren aus Haushaltsgründen von 36 Millionen Euro halbiert worden. Dieses Anliegen werde er in die parlamentarischen Haushaltsberatungen einbringen, sagte Bilger.
Naturschutzverbände kritisieren einen solchen Ausbau wegen der oft dramatischen ökologischen Folgen. Bilger kündigte an, das Gespräch mit den Umweltverbänden zu suchen.
Niedrigwasser-Probleme wohl im gesamten August
Bilger sieht vorerst kein rasches Ende der Beeinträchtigungen für die Binnenschifffahrt. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Niedrigwasserproblematik im gesamten August uns noch erhalten bleibt“, sagte der CDU-Politiker am Rande eines Unternehmensbesuchs in Neumünster. „Die Lage ist wirklich weiterhin sehr angespannt.“
Es habe jetzt ein paar Niederschläge gegeben, aber bei Weitem nicht ausreichend, erläuterte Bilger. Er will sich an diesem Mittwoch erneut mit seinen Kollegen aus den Ländern über die Lage und mögliche weitere Krisenmaßnahmen austauschen.
Mehrere Bundesländer haben bereits das Sonn- und Feiertagsverbot für Lastwagen vorübergehend ausgesetzt. Um Logistikketten aufrechtzuerhalten, sollen Transporte so zumindest teilweise auf die Straße verlagert werden. Niedrige Wasserstände gibt es etwa in Flüssen wie Rhein, Elbe und Donau.
Pegelstände des Rheins fallen weiter – Rekordtief in Köln
Der bereits historisch niedrige Wasserstand des Rheins geht unterdessen noch weiter zurück. In Köln ist aktuell ein historischer Tiefstwert gemessen worden, wie aus Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein hervorgeht. Nach der Prognose werden die Pegelstände in Köln, Düsseldorf, Emmerich und Duisburg-Ruhrort bis Freitagabend noch deutlich gegenüber den aktuellen Werten zurückgehen.
„Man kann es kaum glauben, was man da sieht“, sagt Moritz Axt, Sprecher des Amtes. In der kommenden Woche sei ein leichter Anstieg der Pegelstände zu erwarten. „Das stellt noch keine Entspannung dar.“
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