Der frühere CDU-Chef und Bundestagsabgeordnete Armin Laschet hat Spekulationen über eine mögliche Abwahl von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zurückgewiesen. Sandra Maischberger hatte in ihrer Talkshow am Mittwochabend gefragt, wie fest Merz noch im Sattel säße, wenn die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt nicht gut für ihn ausgingen.

Laschet erinnerte daran, dass Merz nur mit einem konstruktiven Misstrauensvotum aus dem Amt gewählt werden kann. „Wer ihn aus dem Amt haben will, muss einen anderen haben und dafür eine Mehrheit im Bundestag haben“, so Laschet. „Das sehe ich überhaupt nicht. Und insofern denke ich, dass der Kanzler in einer starken Position ist.“

Auch er schaue mit Sorge auf die kommende Wahl in Sachsen-Anhalt: „Die entscheidende Frage ist: Gelingt erstmals in einem Bundesland einer rechtspopulistischen Partei die absolute Mehrheit? Wenn das passiert, dann wird das die gesamte Bundesrepublik aufrütteln. Auch die CDU-Führung, auch die SPD-Führung.“ Könne er etwas ausschließen, fragte Maischberger weiter. Laschet: „Frau Maischberger, ich kann gar nichts ausschließen.“

Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. In Umfragen lag die AfD zuletzt mit großem Abstand vor der CDU. Grüne, FDP, BSW und auch die SPD drohen, an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern und den Einzug in den Landtag zu verpassen.

„Folgt aus diesen Wortmeldungen ein Kanzlersturz?“

Die Moderatorin erinnerte Laschet auch an den Unmut in der CDU. Es gebe eine Fraktion in Rheinland-Pfalz, die ein Treffen mit dem Kanzler absagte, es gebe einen CDU-Landeschef in Bremen, der sage, man könne eine Regierung nicht führen wie eine Firma. Dies sei bei der früheren Kanzlerin Angela Merkel nicht so gewesen.

Dem hält Laschet entgegen: Solche Wortmeldungen habe auch Merkel immer wieder erlebt. „Also, man muss überlegen: Folgt aus diesen Wortmeldungen ein Kanzlersturz? Also das sehe ich nicht“, so Laschet. „Und ich würde auch niemandem dazu raten.“

„Das klingt aber so, als ob Sie alles für möglich halten?“, fragte Maischberger.

Laschets Antwort: „Ja, wir leben in solchen Zeiten, machen Sie das Fernsehen an, hören Sie die Nachrichten, es passieren dauernd Dinge, die Sie sich nie vorstellen konnten. Aber unser Job ist es, solche Dinge nicht herbeizureden.“

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