Die AfD Mecklenburg-Vorpommern zieht mit einem Wahlkampfbudget über 650.000 Euro in die Landtagswahl am 20. September. Es sei „damit das höchste unserer Partei seit jeher“, so der AfD-Landesvorsitzende Enrico Schult zu WELT.

Im Jahr 2021 verfügte die AfD über ein Wahlkampfbudget von etwa 400.000 Euro, wie Schult weiter mitteilt. Doch in diesem Wahljahr sei die Spendenbereitschaft „deutlich höher“. „Viele Menschen erhoffen sich durch die AfD einen wirklichen Wechsel, deshalb ist auch die Spendenbereitschaft höher als bei vorherigen Wahlen.“ Die Spenden, so Schult, stammten von Privatpersonen und kleinen mittelständischen Unternehmen, Großspender habe die Partei so gut wie keine.

Die AfD zieht damit mit deutlich weniger Wahlkampfbudget ins Rennen als die SPD Mecklenburg-Vorpommern. Manuela Schwesig (SPD) stellt für diese die Ministerpräsidentin. Ihr steht, wie 2021, ein Wahlkampfbudget von „rund 1,1 Millionen Euro“ zur Verfügung, teilte die Partei mit. Die SPD Mecklenburg-Vorpommern liegt dennoch in Umfragen derzeit sieben Prozentpunkte hinter der AfD.

Auch bei der weit abgeschlagenen CDU Mecklenburg-Vorpommern mit Spitzenkandidat Daniel Peters ist das Wahlkampfbudget ungefähr gleich hoch geblieben. Die Generalsekretärin der CDU Mecklenburg-Vorpommern, Katy Hoffmeister, sagte WELT: „Das Budget liegt bei rund einer Million Euro. Es bewegt sich damit ungefähr in der Größenordnung des letztmaligen Budgets.“

Spitzenkandidat der AfD Mecklenburg-Vorpommern ist der ehemalige Radiomoderator Leif-Erik Holm. 2023 hatte dieser gesagt, die „Altparteien“ gehörten auf den „Müllhaufen der Geschichte“. Im Interview mit WELT AM SONNTAG erklärte er jüngst, hinter dieser Aussage zu stehen. „Das war natürlich zugespitzt, aber es ist doch so, dass die etablierten Parteien ihre Bindung zu den Bürgern verloren haben und deren Sorgen nicht mehr ernst nehmen“, so Holm.

Wie Holm ziehen auch die Spitzenkandidaten anderer Parteien mit Rekord-Wahlkampfbudgets in die Wahl zum Schweriner Landtag. Simone Oldenburg geht für die Linke Mecklenburg-Vorpommern mit 600.000 Euro ins Rennen. Höher sei das Budget nie gewesen, sagte ein Sprecher WELT. Auch bei der Linkspartei ist die Rede von einem erhöhten Spendenaufkommen. „Wir verzeichnen in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Wahlkampf ein überdurchschnittlich hohes Spendenaufkommen, diese kommen allesamt von Privatpersonen“, so ein Sprecher.

Auch Claudia Müller bestreitet für die Grünen Mecklenburg-Vorpommern mit einer Höchstsumme den Wahlkampf. Wie bei der AfD spielen Spenden eine große Rolle. „Ende 2025 hatten wir für den Landtagswahlkampf einen Haushalt von 350.000 Euro beschlossen“, so ein Sprecher der Nordost-Grünen. „Inzwischen konnten wir ihn auf 800.000 Euro erhöhen und damit insgesamt mehr als verdoppeln.“

Jan Alexander Casper berichtet für WELT über die Grünen und gesellschaftspolitische Themen.

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