Die Zufriedenheit der gesetzlich Versicherten mit der Gesundheitspolitik der Bundesregierung ist auf den niedrigsten Stand seit Beginn entsprechender Erhebungen gesunken. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Innungskrankenkassen (IKK) hervor, die dem Pro-Newsletter „Gesundheit“ von „Politico“ vorab vorliegt.

Demnach sind derzeit nur noch 20 Prozent der gesetzlich Versicherten mit der Gesundheitspolitik „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“. Nach Angaben der IKK ist das ein neuer Tiefstwert. An der Befragung, die seit 2023 durchgeführt wird, nahmen 1031 Personen teil, sagte eine IKK-Sprecherin.

Der Abwärtstrend hält bereits seit mehreren Jahren an. Während 2024 noch 39 Prozent der Befragten die Gesundheitspolitik positiv bewerteten, sank dieser Wert 2025 auf 28 Prozent. Die aktuelle Erhebung markiert nun einen weiteren deutlichen Rückgang und zeigt, dass der neue Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) mit wenig Vertrauensvorschuss bei den Versicherten ins Amt startet.

Zuletzt drückte die Gesundheitsreform der damaligen Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) auf die Stimmung. Patienten sollen künftig höhere Zuzahlungen von bis zu 15 Euro bei Arzneimitteln leisten und müssen sich auf längere Wartezeiten in Arztpraxen einstellen. Psychotherapeuten liefen bundesweit Sturm gegen Kürzungen in ihrem Fachbereich und die Pharmabranche droht wegen des harten Sparkurses mit Abwanderung.

Für Minister Linnemann ist die anstehende Pflegereform die erste Chance, Vertrauen zurückzugewinnen. Doch die Reform wird ähnlich schwierig wie die der Krankenkassen, schließlich müssen bei der Pflegeversicherung in den kommenden vier Jahren rund 70 Milliarden Euro eingespart werden. Linnemann arbeitet sich gerade in das Thema ein. Sein Entwurf wird von gesetzlich Versicherten, Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen erwartet.

Zunächst muss der Gesetzentwurf aber ins Kabinett. Aufgrund der schwierigen Gespräche wurde dies wiederholt verschoben. Nun soll die Reform von der Ministerrunde voraussichtlich im September verabschiedet werden. Anschließend befasst sich der Bundestag mit dem Vorhaben.

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