Fünf Tage nach dem Hackerangriff auf Teile der Berliner Senatsverwaltung sind die Probleme nicht gelöst. Die Behebung werde noch einige Tage dauern, teilte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) mit.
Betroffen von dem Hackerangriff sind die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die beiden Verwaltungen schnellstmöglich wieder ans Netz zu bekommen. Aber es wird noch einige Tage dauern“, sagte Wegner.
Berlin sei „Opfer eines Hackerangriffs geworden“, sagte Wegner. „Der Angriff auf unser Landesnetz war ernst und er ist auch immer noch ernst.“ Es werde viel spekuliert, sagte der CDU-Politiker. Aber: „Nach jetzigem Kenntnisstand sind keine sensiblen Daten abgeflossen.“ Zuvor hatte der RBB berichtet, dass dies der Fall sei.
Die Senatskanzlei hatte am Montagnachmittag mitgeteilt, bei forensischen Untersuchungen sei eine „Inkriminierung des Landesnetzes“ festgestellt worden. Beide Senatsverwaltungen sind seit Freitag vom Landesnetz abgetrennt, um weiteren Schaden abzuwenden. Berlin betreibt ein eigenes Glasfasernetz, mit dem Behörden, Polizei, Feuerwehr und auch Krankenhäuser verbunden sind. Es ist über 1000 Kilometer lang und umfasst 600 angebundene Standorte.
Wahl zum Abgeordnetenhaus laut Senat möglich
Die Durchführung der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September sei durch den Angriff nicht gefährdet, teilte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) mit. „Nach jetzigem Stand sind die IT-Systeme, die für die Wahlen benötigt werden, nicht betroffen.“ Das gelte sowohl für die IT-Systeme zur Wahlvorbereitung als auch die Systeme, die für die Wahlauswertung zentral seien.
Nach Angaben von Spranger war die Online-Beantragung von Wahlscheinen für die Briefwahl etwa einen Tag lang nicht möglich. Seit dem frühen Morgen funktioniere dies aber wieder ohne Einschränkungen. Bis 15.00 Uhr seien mehr als 21.000 Anträge online verarbeitet worden. Das entspreche etwa dem üblichen Niveau auch an anderen Tagen.
Die Innensenatorin unterstrich, das kurzfristige Problem sei kein Grund, um die Wahl später anfechten zu können, denn Bürger könnten auch auf andere Weise Briefwahl beantragen, etwa per Mail, postalisch oder im Bezirkswahlamt.
Nach Angaben des Landeswahlamtes ist es unklar, ob die Probleme überhaupt mit dem am Freitag entdeckten Hackerangriff auf zwei Senatsverwaltungen zu tun haben. Bisher sei kein Zusammenhang ersichtlich. Am 20. September wird in Berlin nicht nur das Abgeordnetenhaus neu gewählt, sondern auch die zwölf Bezirksparlamente.
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