Zweieinhalb Wochen sind es noch zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. In einer aktuellen Insa-Umfrage für die „Bild“ kommt die AfD auf 42 Prozent und wäre damit klar stärkste Kraft. Die CDU folgt mit 22 Prozent mit deutlichem Abstand dahinter. Die Linke erreicht 13 Prozent, die SPD sechs Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) käme mit fünf Prozent knapp in den Landtag. Grüne und FDP würden mit jeweils vier Prozent dagegen an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Doch wie würden sich die Mehrheitsverhältnisse verändern, wenn sich die Zustimmungswerte bis zum Wahltag noch verschieben? Und ab welchem Stimmenanteil könnte die AfD sogar allein über eine Mehrheit der Sitze im Landtag verfügen?

Das können Sie mit unserem Wahl-Rechner selbst ausprobieren. Die Schieberegler sind zunächst mit den aktuellen Werten der Insa-Umfrage voreingestellt. Die Stimmenanteile aller Parteien lassen sich mit einem Klick nach Belieben verändern. Der Rechner zeigt die Sitzverteilung im Landtag – welche Koalitionen rechnerisch möglich wären.

Besonders spannend ist dabei die Frage nach einer absoluten Mehrheit der AfD um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Anders als oft angenommen, wären dafür nicht zwingend mehr als 50 Prozent der Stimmen nötig. Denn bei der Sitzverteilung werden Parteien, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, selbstverständlich nicht berücksichtigt. Je mehr Stimmen auf solche Parteien entfallen, desto stärker profitieren die Parteien, die in den Landtag einziehen.

In manchen Szenarien kann die AfD deshalb bereits mit deutlich weniger als 50 Prozent der Stimmen die Mehrheit der Sitze erringen. Ziehen etwa nur AfD, CDU und die Linkspartei in den Landtag ein und entfallen viele Stimmen auf Parteien unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde, kann bereits ein Ergebnis von rund 36 Prozent für die absolute Mehrheit der Mandate reichen.

Zusätzlich weist der Wahl-Rechner die rechnerischen Mehrheiten möglicher Koalitionen aus. So lässt sich auf einen Blick erkennen, welche Bündnisse eine parlamentarische Mehrheit erreichen würden und welche nicht. Gerade die aktuelle Insa-Umfrage zeigt, wie schwierig die Regierungsbildung werden könnte: Nach den derzeitigen Werten käme die CDU mit SPD und BSW nicht auf eine Mehrheit. Ein Bündnis der CDU ohne AfD oder Linke würde die Marke von 50 Prozent verfehlen.

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