Drei Wochen nach dem Massenandrang von Migranten will die spanische Regierung zwei „temporäre Aufnahmeeinrichtungen“ in der spanischen Exklave Ceuta einrichten. Ziel sei es, den rund 1800 dort verbliebenen Migranten eine Unterbringungsmöglichkeit zu bieten, „damit sie die Nächte nicht mehr auf der Straße oder am Strand verbringen müssen“, erklärte das Migrationsministerium am Donnerstag.
Ende Juli hatten nach Angaben der spanischen Behörden etwa 72.000 Migranten die neben Marokko gelegene Exklave Ceuta auf dem Landweg oder schwimmend erreicht; Dutzende Menschen kamen dabei ums Leben. Laut der spanischen Regierung kehrte ein Großteil der Menschen zurück. Recherchen von WELT legten nahe, dass sich Tage nach dem Ansturm noch Tausende Migranten in der Stadt aufhielten.
1800 Migranten sollen sich nach Angaben der spanischen Regierung nach wie vor in Ceuta aufhalten, unter ihnen viele unbegleitete Minderjährige. Die meisten von ihnen haben die vergangenen Wochen auf der Straße oder am Strand geschlafen. Einwohner klagen über Sicherheits- und Hygieneprobleme und werfen der Regierung in Madrid vor, ihre Bedürfnisse zu vernachlässigen. Am Strand von Ceuta haben Migranten Zelte und Hütten errichtet.
Provisorische Unterkünfte in CeutaDer Umgang mit den in Ceuta verbliebenen Migranten ist in Spanien ein Streitthema zwischen der linken Regierung und der konservativen Opposition. Während sich von der konservativen Partido Popular (PP) regierte Regionen weigern, unbegleitete Minderjährige aufzunehmen, will die Zentralregierung 500 Mädchen auf das spanische Festland bringen.
Diese Mädchen, von denen einige erst zehn oder elf Jahre alt seien, befänden sich in „sehr komplexen familiären Situationen“ und „benötigen eine spezialisierte Betreuung“, sagte der spanische Staatssekretär für Kinder und Jugendliche, Rubén Pérez Correa, dem Radiosender Cadena SER.
Zwei Wochen nach dem Massenandrang auf Ceuta waren am vergangenen Wochenende in Marokko fast 300 Migranten festgenommen worden. 294 Menschen, die meisten von ihnen Bürger aus Ländern südlich der Sahara, seien am Samstag nahe der Grenze zu Ceuta von marokkanischen Sicherheitskräften abgefangen worden, hatte das Nachrichtenportal „Le360“ berichtet.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.