Der Deutsche Beamtenbund (DBB) geht davon aus, dass dem Staat derzeit 631.000 Beschäftigte fehlen, um seine Aufgaben erledigen zu können. Diese Zahl ist das Ergebnis der jährlichen Abfrage des Verbands bei seinen 41 Mitgliedsgewerkschaften, über die die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ berichtet. Im vergangenen Jahr war der DBB von 600.000 fehlenden Mitarbeitern im öffentlichen Dienst ausgegangen.

Zusätzlichen Personalbedarf sieht der DBB vor allem in der Kranken- und Altenpflege (125.200 Stellen), an den Schulen (120.000 Stellen) und in den Kommunalverwaltungen (112.000 Stellen). Für Polizei und Bundeswehr fordert der Verband insgesamt 92.000 zusätzliche Beschäftigte.

Der DBB-Bundesvorsitzende Volker Geyer sagte im Interview mit der „FAZ“, der zusätzliche Personalbedarf ergebe sich unter anderem daraus, dass nicht alle Stellen nachbesetzt wurden, wenn Beschäftigte in den Ruhestand gingen. „Wer sich außerdem etwa die geänderte Sicherheitslage ansieht, sollte sofort verstehen, warum wir mehr Polizisten brauchen. Die Überwachung neuer Waffenverbotszonen ist zum Beispiel sehr personalintensiv“.

Geyer äußerte sich auch zur anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Er kritisierte Überlegungen des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund, im Falle eines Wahlsiegs 150 bis 200 Stellen in der Landesverwaltung neu zu besetzen. „Es ist rätselhaft, wie Herr Siegmund auf diese Zahl kommt. Sollte er jedoch versuchen, Beamte rechtswidrig aus dem Amt zu drängen, werden wir uns wehren“, sagte Geyer.

Kein Verständnis zeigte der DBB-Bundesvorsitzende für Personaldiskussionen in der CDU: „Ich halte wenig davon, ständig über die Performance des Bundeskanzlers zu diskutieren. Ich habe die klare Erwartungshaltung, dass diese Bundesregierung die sozialen Sicherungssysteme zukunftsfest macht, für mehr Wirtschaftswachstum sorgt und die Infrastruktur saniert. Daran werde ich den Bundeskanzler messen“, sagte Geyer, der CDU-Mitglied ist. Geyer kritisierte, dass die Rentenkommission der Bundesregierung die Beamtenpensionen teilweise kürzen will.

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