Funkprobleme im Zusammenhang mit den laufenden Bauarbeiten am Weißen Haus haben Anfang August dazu beigetragen, dass der Hubschrauber von US-Präsident Donald Trump einem Passagierflugzeug gefährlich nahekam. Das geht aus einem vorläufigen Bericht der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB hervor, der am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlicht wurde.
Demnach konnten Fluglotsen Warnungen der Piloten von Marine One nicht empfangen. Deshalb erteilten sie einem Flugzeug der Envoy Air die Startfreigabe, während der Präsidentenhubschrauber gleichzeitig abhob.
An ihrem nächsten Punkt lagen die Maschinen horizontal rund 1,3 Kilometer und vertikal etwa 215 Meter auseinander. Die Besatzung des Passagierflugzeugs erhielt nach eigenen Angaben eine Warnung des Kollisionsvermeidungssystems, sah den Hubschrauber jedoch nicht.
Bereits eine Woche vor dem Vorfall hatten sich Fluglotsen und die Piloten von Marine One wegen Problemen mit der vorgeschriebenen dreiminütigen Startwarnung beraten. Ein vereinbartes Ausweichverfahren, bei dem die Warnung über eine andere Stelle weitergeleitet werden sollte, funktionierte am 4. August ebenfalls nicht.
Hubschrauber-Startplatz wurde wegen Bauarbeiten verlegt
Techniker stellten anschließend fest, dass Marine One zeitweise Schwierigkeiten hatte, mit dem Tower zu kommunizieren, weil der Hubschrauber wegen der Bauarbeiten am Weißen Haus an einen neuen Startort verlegt worden war. Der Funkempfänger wurde deshalb auf den Tower des Ronald-Reagan-Washington-National-Airport umgesetzt. Tests zeigten danach eine funktionierende Verbindung.
Die Behörden betonten, dass Trump zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen sei. Nach dem Vorfall soll die Kommunikation zwischen Marine One und den Fluglotsen verbessert werden.
Dass sich das Flugzeug und der Hubschrauber gleichzeitig in der Luft befanden, schien zudem gegen Sicherheitsvorschriften zu verstoßen, die nach dem tödlichen Zusammenstoß eines Passagierflugzeugs mit einem Black-Hawk-Hubschrauber der US-Armee im vergangenen Jahr nahe dem stark frequentierten Flughafen eingeführt worden waren. Bei dem Unglück kamen 67 Menschen ums Leben.
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