Das US-Militär hat Medienberichten zufolge erstmals seit Ende Juli wieder Ziele im Iran angegriffen. Es nahm dabei zwei Raketenwerfer auf der Insel Larak ins Visier, wie das Nachrichtenportal „Axios“ sowie die Sender Fox News und CBS News unter Berufung auf einen US-Beamten berichteten. Sie sollten daran gehindert werden, neue Seeminen in der Straße von Hormus zu legen, hieß es.

Davor hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf lokale Anwohner berichtet, dass im Bereich der Insel Larak eine Explosion zu hören gewesen sei.

Die iranischen Revolutionsgarden wurden in Staatsmedien mit den Worten zitiert, bei dem Angriff seien mehrere Soldaten und Zivilisten getötet und verwundet worden. Auf den Angriff würden „Reaktion und Bestrafung“ folgen. Die halboffizielle iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, die USA hätten die Insel mit Drohnen angegriffen.

Der ​Iran ‌greift unterdessen einem Bericht des US-Senders Fox News zufolge US-Truppen in Jordanien an. Bislang gebe es keine größeren ‌Auswirkungen, ⁠schreibt ein Reporter ​des Senders auf ⁠der Plattform X unter Berufung auf einen ‌US-Insider. ⁠Fast alle Raketen ‌seien ​abgefangen ⁠worden.

US-Präsident Donald Trump zufolge wird das iranische Ölzentrum auf der Insel Chark von den USA „in Stücke gerissen“. ⁠In den sozialen Medien nennt er jedoch keine weiteren Details. Ein beigefügtes Video, das gewaltige Explosionen zeigt, ist einer Überprüfung der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wahrscheinlich künstlich generiert.

Über ‌Chark wurden 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt, bevor am 28. Februar der durch US- und israelische Angriffe ausgelöste Krieg begann. Ein Angriff auf die Insel würde den Energiehandel der Islamischen Republik massiv stören und die Wirtschaft stark unter Druck setzen. Stellungnahmen des Weißen Hauses, des US-Verteidigungsministeriums oder aus den iranischen Medien liegen zunächst nicht vor.

US-Finanzminister: Planen wöchentlich neue Sanktionen gegen den Iran

Das US-Finanzministerium plant nach den Worten von Scott Bessent zudem nun wöchentlich neue Sekundärsanktionen gegen den Iran. Zunächst stünden Banken im Fokus, sagt Bessent der Nachrichtenagentur Reuters. Man ⁠werde den ​Geldhäusern klarmachen, ‌dass es nicht in Ordnung sei, iranisches Geld zu verwalten und das Regime zu unterstützen. Der nächste Schritt könne sein, ein Institut vollständig vom dollarbasierten Finanzsystem abzuschneiden. Bessent will diese Botschaft auch beim anstehenden Treffen der ‌G20-Finanzminister übermitteln: Wer die wirtschaftlichen ⁠Beziehungen ​zum Iran nicht kappe, müsse mit Sekundärsanktionen rechnen.

Erst diese Woche hatte US-Präsident Donald Trump dem Iran erneut mit der Zerstörung jeglicher Schiffe und Boote gedroht, die in der Straße von Hormus Seeminen verlegen. Er verwies auf eine „Null-Toleranz-Politik“ bei der Verminung der Meerenge, nachdem er bereits Mitte April ähnliche Drohungen ausgesprochen hatte.

Trump verwies zudem darauf, dass sein Militär ihn darüber informiert habe, dass alle Minen aus der Straße von Hormus entfernt oder gesprengt worden seien. Der US-Präsident hatte bereits Mitte August behauptet, dass in der Meerenge sämtliche Sprengkörper entfernt oder gesprengt worden seien.

Damals knüpfte er seine Aussagen daran, dass die Straße von Hormus angeblich vollständig geöffnet sei. Doch auch fast anderthalb Monate danach liegt der Schiffsverkehr weiter deutlich unter dem Vorkriegsniveau.

Seit Wochen keine Angriffe – und keine Fortschritte

Trump hatte die US-Angriffe auf den Iran Ende Juli vorerst ausgesetzt – mit der Begründung, laufenden Verhandlungen über die Straße von Hormus und das iranische Atomprogramm eine weitere Chance zu geben. Zwei Tage später wurden neue Angriffe des US-Militärs im Iran gemeldet.

Anfang August sagte er dann weitere geplante Angriffe auf den Iran ab und begründete seine Entscheidung damit, dass der Iran und andere Länder in der Region darum gebeten hätten, davon abzusehen, da es nun „Umrisse einer Einigung“ gebe.

Zuletzt war es in Trumps Krieg gegen den Iran ruhig geworden. Sowohl militärisch als auch auf diplomatischer Ebene waren keine Fortschritte zu verzeichnen. Zwar behauptete der Republikaner seither bei vielen seiner öffentlichen Auftritte, dass Teheran bezwungen worden sei und die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge geöffnet sei. Dem widerspricht die Tatsache, dass seit Monaten weiterhin kaum Schiffe durch die Straße von Hormus verkehren können.

Nachdem Trump seit Wochen keine Fortschritte vorweisen konnte, rief er zuletzt einen „Wirtschaftskrieg“ gegen den Iran aus. Zwar verkündete das Finanzministerium vereinzelte Sanktionen gegen bestimmte Personen und Unternehmen, wie sie bereits seit Wochen immer wieder veröffentlicht werden. Konkrete, tiefgreifende Maßnahmen, die tatsächlich nachhaltig die Einnahmequellen Teherans abschneiden würden, fehlen allerdings nach wie vor.

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