Der Grünen-Kandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl, Daniel Eliasson, ist nach eigenen Angaben Ziel eines antisemitischen Angriffs geworden. Ein Mann habe ihn an seinem Wahlkampfstand in Steglitz zunächst angepöbelt.
Der Vorfall fand laut Eliasson vor einem Supermarkt in Steglitz statt. Der Politiker war durch sein T-Shirt offen als Grünen-Mitglied erkennbar. Der Mann sei demnach auf ihn zugekommen, als er gerade Flyer verteilt habe. „Er war halt sauer auf die Politik und auf Merkel und was auch immer. Und dann hat er angefangen, über die Juden zu schimpfen, die überall Kriege bringen.“
Eliasson sagte nach eigenen Angaben, er sei selbst jüdisch – und der Mann solle aufhören. „Dann hat er versucht, mir ins Gesicht zu boxen“, berichtete Eliasson auf Instagram sichtlich angefasst kurz nach dem Vorfall. Nur um Millimeter habe ihn die Attacke verfehlt.
Es sei eine sehr bedrohliche Situation gewesen. Der Mann habe ihm sogar seinen Ausweis in die Kamera gehalten und gesagt, Eliasson solle ihn doch anzeigen.
„Antisemitismus geht uns alle an“, schrieb der Grünen-Politiker und fordert, den Kulturkampf um das Thema zu beenden. „Schweigt nicht. Stellt Euch gegen jeden Antisemitismus.“
Es sei wichtig, „einen Wahlkampf zu führen, wo wir sagen, wir schauen da nicht nach rechts, nicht nach links, sondern wir sagen, es ist uns egal, wo der Antisemitismus stattfindet. Ist das in Neukölln? Das geht nicht. Ist das in Steglitz? Das geht auch nicht. Ist es die MS Goldberg (jüdisches Theaterschiff in Berlin), die angegriffen wird? Oder sind es israelfeindliche Sprüche auf Veranstaltungen in Neukölln? Es geht einfach alles nicht und da muss die Politik eine ganz klare Haltung zu haben.“
Unter dem Post wurden zahlreiche Solidaritätsbekundungen hinterlassen. Ob er Anzeige erstatten wird, ließ der Grünen-Kandidat in dem Video offen. Das Lagezentrum der Berliner Polizei verwies auf Anfrage zu möglichen Ermittlungen auf die Polizei-Pressestelle, die am Dienstagmorgen wieder besetzt sei.
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