In der CDU sorgen Berichte über einen möglichen Personalstreit in der Parteizentrale für Aufsehen. Zuerst berichtete „Table Media“-Chefredakteur Michael Bröcker auf X, über die Personalie im Konrad-Adenauer-Haus: die stellvertretende Generalsekretärin Christina Stumpp werde ihren Posten aufgeben. Da widersprach die CDU-Politikerin noch öffentlich. „Das ist unzutreffend. Ich bin weiterhin stv. Generalsekretärin der CDU Deutschlands“, schrieb sie auf der Plattform. Doch inzwischen ist klar: Schon vor Wochen hat Bundeskanzler Friedrich Merz sie offenbar gebeten, ihren Posten aufzugeben.
Der „Machtwechsel“-Podcast von WAMS-Kolumnist Robin Alexander und Dagmar Rosenfeld liefert weitere Hintergründe des Vorgangs. Es gebe einen parteiinternen Konflikt, der seinen Ursprung bereits bei der CDU-Vorsitzwahl 2021 haben soll. Damals habe Merz neben einem Generalsekretär eigens den neuen Posten einer „stellvertretenden Generalsekretärin“ geschaffen und mit Stumpp besetzt.
Brisant sei die Lage nach den jüngsten Personalwechseln in der CDU-Führung geworden. Mit Franziska Hoppermann rückte eine Frau an die Spitze des Generalsekretariats. Nach Darstellung von „Machtwechsel“ soll Stumpp diese Personalentscheidung kritisch gesehen und andere Kandidaten bevorzugt haben. Das Verhältnis zwischen Hoppermann und Stumpp gilt als belastet.
„Das ist unzutreffend. Ich bin weiterhin stv. Generalsekretärin der CDU“
Nach Informationen der Journalisten soll Merz seine Stellvertreterin deshalb in zwei Gesprächen gebeten haben, ihren Posten aufzugeben. Stumpp habe dies jedoch abgelehnt und sich auf die Satzung der Partei berufen. Sie sei von einem Parteitag gewählt worden und könne daher nicht allein auf Wunsch des Parteivorsitzenden abberufen werden.
„Der ganze Vorgang wird unionsintern als ungeheuerlich bewertet und als Zeichen eines Autoritätsverlusts“, heißt es auf dem X-Account von Robin Alexander. Als möglicher Ausweg werde eine neue Funktion für Stumpp diskutiert. Demnach könnte sie einen anderen prominenten Posten in der Fraktion oder der Partei übernehmen, etwa den der agrarpolitischen Sprecherin. Unklar ist, ob Stumpp bereit ist, ihr bisheriges Amt freiwillig aufzugeben.
Für den Posten gebe es schon andere Bewerber, heißt es. Dies würde wieder den austarierten Proporz, zum Beispiel der Vertreter aus verschiedenen Bundesländern in den Parteiposten, ins Wanken bringen. Am Donnerstagabend soll bei einem Treffen der Landesgruppenvorsitzenden eine Lösung gefunden werden.
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