Die Union verliert weiter in der Wählergunst – und liegt erstmals zehn Punkte hinter der AfD. Laut einer aktuellen Erhebung der Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS) kommt die Union nur noch auf 20 Prozent, so wenig wie noch nie in dieser Umfrage.
Dem gegenüber steht die AfD – mit einem historischen Bestwert von 30 Prozent. Die schwarz-rote Regierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) hätte laut den aktuellen Werten keine rechnerische Mehrheit mehr.
Im Vergleich zur letzten Erhebung Mitte Juli verlor die Union insgesamt drei Prozentpunkte, die AfD gewann zwei hinzu. Mit je einem Prozentpunkt mehr gibt es bei Grünen (14 Prozent) und Linkspartei (11 Prozent) leichte Verbesserungen, die SPD verharrt bei 11 Prozent.
FDP und BSW schaffen es laut GMS derzeit nicht über die 5-Prozent-Hürde.
Die GMS-Umfragewerte im Überblick:
- AfD: 30 Prozent (+2 Punkte)
- CDU/CSU: 20 Prozent (-3 Punkte)
- Grüne: 14 Prozent (+1 Punkt)
- Linke: 11 Prozent (+1 Punkt)
- SPD: 11 Prozent (±0 Punkte)
- FDP: 4 Prozent (-1 Punkt)
- BSW: 3 Prozent (+1 Punkt)
- FW: 1 Prozent (±0 Punkte)
- Sonstige: 6 Prozent (-1 Punkt)
Neben der Koalition gilt vor allem Kanzler Friedrich Merz (CDU) als angeschlagen. In einer aktuellen Insa-Erhebung verneinten 78 Prozent der Teilnehmer die Frage „Ist Friedrich Merz (noch) der richtige Bundeskanzler?“. Nur 14 Prozent beantworteten sie mit Ja. Acht Prozent machten keine Angabe.
Selbst bei Wählern von CDU und CSU ist Merz unbeliebt: 58 Prozent der Unionswähler sprachen sich demnach gegen ihn aus, nur 36 Prozent für ihn.
Am 20. September wird in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gewählt. Die Ergebnisse werden auch über die politische Zukunft des Kanzlers mitentscheiden, der für das Wahldebakel in Sachsen-Anhalt mitverantwortlich gemacht wird. Sollten weitere schwere CDU-Niederlagen folgen, könnte es in der Union noch unruhiger werden.
Seit Wochen wird über einen möglichen Kanzlertausch spekuliert. Als mögliche Nachfolger von Merz werden der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und der bayerische Regierungschef Markus Söder (CSU) gehandelt.
Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.
Für die Erhebung befragte GMS vom 9. September 2026 bis zum 14. September 2026 insgesamt 1009 Teilnehmer online und via Telefon. Die Umfrage wurde ohne Auftraggeber erstellt. Die Fehlertoleranz liegt bei etwa drei Prozentpunkten.
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