Die Vorschläge von Medienstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) zu einer radikalen Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems stoßen bei den für Medienpolitik zuständigen Bundesländern auf deutliche Ablehnung. Die CDU-geführte Landesregierung von Rheinland-Pfalz bezeichnete Weimers Forderungskatalog als „Debattenimpuls“, den man zur Kenntnis genommen habe. Rheinland-Pfalz ist traditionell für die Koordination der Medienpolitik in Deutschland zuständig und leitet die Rundfunkkommission der Länder.
„Für die Ausgestaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind die Länder zuständig – und das ist auch gut so“, sagte der Mainzer Medienstaatssekretär Torsten Welling (CDU) der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Keines der Themen von Weimer werde bei der Sitzung der Rundfunkkommission auf der Tagesordnung stehen.
Weimer hatte am vergangenen Donnerstag bei einer nicht öffentlichen Veranstaltung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung unter anderem die Privatisierung des ZDF und die Auflösung kleinerer ARD-Anstalten wie des Saarländischen Rundfunks und Radio Bremen ins Gespräch gebracht.
Ungünstiger Zeitpunkt für die Vorschläge, findet Brosda
Für die SPD-regierten Bundesländer wies Hamburgs Kultur- und Mediensenator Carsten Brosda die Vorschläge ebenfalls zurück. Er kritisierte dabei auch den Zeitpunkt von Weimers Auftritt: „Wenige Tage nach der Wahl in Sachsen-Anhalt hätte ich mir Vorschläge gewünscht, wie wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor den Angriffen von Rechtspopulisten schützen“, sagte Brosda, der auch Vorsitzender der SPD-Medienkommission ist, der KNA.
Dies sei, „was unsere Demokratie jetzt braucht, und keine Vorschläge, die zusätzlich die Axt an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk legen“, so Brosda.
Auch bei der Linken im Bund stoßen Weimers Vorschläge auf Kritik. Der medienpolitische Sprecher der Linken, David Schliesing, sagte, die öffentlich-rechtlichen Medien müssten gestärkt und reformiert werden. „Weder gehören sie zerschlagen noch profitorientierten Konzernen auf dem Silbertablett serviert.“
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