Der Vorsitzende des Forschungsausschusses im Bundestag, Karl Lauterbach (SPD), hat eine weltweite Regulierung von Künstlicher Intelligenz gefordert. „Wir brauchen jetzt tatsächlich Sicherheitsregeln. Auch Deutschland muss dafür kämpfen, dass diese Regulierung kommt. Die Selbstregulierung der Unternehmen wird nicht genügen“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

So müsse es unabhängige Kontrollen geben, wozu die KI-Modelle in der Lage seien. „Besonders gefährliche Nutzungsmöglichkeiten, etwa zur Herstellung von waffenfähigen Produkten, müssen abgeschaltet werden“, betonte der frühere Bundesgesundheitsminister. „Niemand darf ein Modell auf den Markt bringen ohne Sicherheitsgarantien.“

Nach Einschätzung von Lauterbach wird KI sehr bald in der Lage sein, terroristisch nutzbare Substanzen zu entwickeln, etwa besonders aggressive Viren oder toxische Chemikalien. Als weiteres Szenario nannte er KI-Angriffe auf die Finanzmärkte. „Die Systeme werden Fähigkeiten haben, mit denen sie gigantischen ökonomischen Schaden anrichten könnten“, sagte Lauterbach.

Wachsendes Erpressungspotenzial

„Das Erpressungspotenzial wächst damit exponentiell.“ Darüber hinaus bekämen Staaten mit hoch entwickelter KI enorme Macht über andere Staaten. „Zum Beispiel könnte eine Zweitschlagverteidigung im Fall eines nuklearen Angriffs nicht mehr möglich sein“, führte er aus.

Die gesamte Landes- und Bündnisverteidigung müsse neu gedacht werden – „gerade in Europa, das besonders bedroht ist“. Europa habe keine eigene KI, die auch nur annähernd vergleichbar wäre mit den besten amerikanischen und chinesischen Systemen, sagte Lauterbach.

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