Die republikanische Abgeordnete María Elvira Salazar aus Florida, die um ihren Wiedereinzug in das Repräsentantenhaus kämpft, veröffentlichte eine Videobotschaft, in der sie US-Präsident Donald Trump scharf attackiert. „Herr Präsident, einige Ihrer Maßnahmen zur Durchsetzung des Einwanderungsrechts sind zu weit gegangen“, sagt Salazar darin. US-Bürger mit lateinamerikanischen Wurzeln würden sich von Trump „verraten“ fühlen.

Dass sich Republikaner so offen gegen ihren Präsidenten stellen, kommt selten vor. Trumps Umfragewerte sind aktuell schlecht. Der US-Präsident setzt in seiner zweiten Amtszeit auf einen harten Kurs gegen Migranten und massenhafte Abschiebungen. Die Razzien der Bundesbehörden gegen Migranten sind umstritten und hatten landesweit große Proteste ausgelöst.

Der Hintergrund von Salazars Attacke gegen Trump dürfte die Sorge sein, dass den Republikanern die wichtige Wählerschaft der spanischsprachigen US-Bürger wegen der teils brutalen Razzien abhandenkommen könnte. Der Bevölkerungsanteil der Latinos ist gerade in Florida, wo Salazars Wahlkreis liegt, extrem hoch.

Salazar warf Trump in ihrem Videoclip vor, dass viele von den Behörden festgehaltene Menschen keine Vorstrafen hätten. „Dieselben Hispanics, die Ihnen 2024 geholfen haben, ins Weiße Haus zu gelangen, fühlen sich heute verraten“, sagt Salazar.

Die 64-Jährige ist seit 2021 Abgeordnete im Kongress. Der überparteiliche „Cook Political Report“ sieht bei dem Rennen in ihrem Wahlbezirk, der im Raum Miami liegt, aktuell einen knappen Vorsprung für die Republikanerin.

Bei den Midterms, den Parlamentswahlen, werden alle Sitze im Repräsentantenhaus und ein Teil der Sitze im Senat neu besetzt. Die Republikaner haben in beiden Parlamentskammern derzeit nur eine hauchdünne Mehrheit. Sollten die Demokraten die Wahlen am 3. November gewinnen, würde es für Trump deutlich schwerer werden, seine Politik durchzusetzen.

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