Der Wahlsonntag wird für die CDU zum Debakel: Während sie in Berlin klar im Duell gegen die Linkspartei unterliegt, muss sie in Mecklenburg-Vorpommern um den Einzug in den Landtag bangen. „Das Ergebnis ist ein Desaster“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kurz nach den ersten Prognosen.
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Besonders bitter ist die Situation für die CDU bei den jungen Wählern. So wählten in Mecklenburg-Vorpommern unter den 16-24-Jährigen gerade einmal zwei Prozent die CDU – also genauso viele wie die FDP, die in dem Bundesland bei den meisten Hochrechnungen nur noch unter „Sonstige“ gelistet ist. Gewinner sind in der jüngsten Wählergruppe AfD (34 Prozent) und Linkspartei (24 Prozent). Damit setzt sich der jüngere Trend fort, wonach Jungwähler vor allem an den politischen Rändern ihr Kreuzchen machen. Die SPD kommt in der Altersgruppe nur auf den dritten Platz.
In den Altersgruppen 25–35 Jahre sowie 35–44 Jahre kommt die CDU ebenso schwach nur auf 3 Prozent. Ihr bestes Ergebnis holt sie bei den Über-70-Jährigen mit 8 Prozent. Auch bei der SPD gilt: Je älter die Wählergruppe, desto mehr Stimmen – etwa unglaubliche 52 Prozent bei den Wählern Ü70. Es ist zudem die einzige Altersgruppe, in der die SPD vor der AfD liegt, die sonst in allen Vergleichen führt.
Männer wählten in Mecklenburg-Vorpommern konservativer als Frauen. Vergleicht man die Ergebnisse nach Geschlechtern, liegt die SPD bei Frauen vor der AfD auf Platz 1 – und Rot-Rot-Grün käme auf eine komfortable Mehrheit.
In Berlin schafft die CDU unter den 16- bis 24-Jährigen noch 8 Prozent und platziert sich in dieser Altersgruppe knapp vor der SPD (7 Prozent). Beide Parteien erzielen auch hier ihre besten Ergebnisse bei den älteren Semestern. Bei den Ü70-Jährigen wird die CDU mit 34 Prozent sogar stärkste Kraft, die SPD kommt dort auf 20 Prozent. Der klare Gewinner bei jungen Wählern ist derweil die Linkspartei – mit gewaltigem Abstand in den Altersgruppen 16–24 Jahre (43 Prozent) und 25–34 Jahre (48 Prozent), wo sie sogar eine theoretische absolute Mehrheit hätte. Erst bei den Wählern ab 45 Jahren schafft es die Linke nicht mehr auf den ersten Platz.
Die AfD schlägt in Berlin dafür bei den Jungwählern nicht so richtig durch. Bei der jüngsten Wählergruppe liegt sie gleichauf mit den Grünen, in den Altersgruppen direkt darüber (25-34 sowie 35-44) unterliegt sie den Grünen sogar.
Hätten in Berlin nur Männer gewählt, wäre es zwischen Linkspartei und CDU tatsächlich zum erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennen gekommen. Beide landen bei 22 Prozent, die AfD dahinter auf 18 Prozent, Grüne bei 14 Prozent, SPD bei 11 Prozent. Auch hier wählten Männer konservativer.
Wären einzig Frauen an die Urne gegangen, wäre der Sieg der Linkspartei noch viel deutlicher ausgefallen – mit 9 Prozent Abstand zur zweitplatzierten CDU (18 Prozent). Die AfD kommt in dieser Auswertung hinter den Grünen erst auf Platz 4.
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