Issa Remmo, Oberhaupt des berüchtigten Remmo-Clans, hat eine Wahlparty der Linken in Berlin-Neukölln besucht. Gegenüber der „Berliner Morgenpost“ äußerte er sich über den Wahlsieg der Partei: „Ich freue mich über die Linken“, sagte er. Er fühle sich erstmals in Deutschland von einer Partei unterstützt.
Außerdem stritt er ein Antisemitismusproblem der Partei ab: „Die Berliner Linke ist Juden gegenüber nicht feindlich eingestellt.“ Er fügte hinzu: „Ich würde keinen judenfeindlichen Politiker wählen.“
Die Linke distanzierte sich von Remmos Besuch. „Es handelte sich um eine öffentliche Veranstaltung, zu der auch ungeladene Personen Zutritt hatten“, teilte Jorinde Schulz aus dem Bezirksvorstand der Neuköllner Linke auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit.
„Uns war die Person und ihre Anwesenheit im Speziellen nicht bekannt, sie steht nicht auf unserer Anmeldeliste. Es gibt weder politische noch persönliche Beziehungen zu dieser Person.“ Der Besuch der Wahlparty habe daran „selbstverständlich nichts geändert“.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner schrieb bei X: „Dass Issa Remmo auf der Wahlparty der Berliner Linken auftaucht, ist ein verstörendes Signal. Gerade eine Partei, die Verantwortung für unsere Stadt übernehmen will, muss unmissverständlich deutlich machen, dass es keinerlei Nähe zu Strukturen geben darf, die zur organisierten Kriminalität gehören.“
Die Grünen-Landesvorsitzende Nina Stahr zeigte sich irritiert von dem Vorfall. „Das wird die Linke klären müssen, was da passiert ist, warum das passiert ist“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Sie erwarte, dass der Linken-Landesverband mit den Akteuren in Neukölln spreche – sowohl mit Blick auf diesen Vorfall, als auch mit Blick auf die Antisemitismus-Debatte der vergangenen Wochen. „Da ist ganz klar, dass es hier eine Klarheit geben muss, bevor eine Regierungsbildung kommt“, sagte Stahr.
Wie die Nichtregierungsorganisation democ auf X schrieb, war auch der Aktivist Ibrahim Ibrahim auf der Wahlparty. Er stand im Gespräch mit Issa Remmo. Ibrahim tritt als Unterstützer der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), in Deutschland auf, wie die Nichtregierungsorganisation „democ“ im vergangenen Jahr recherchierte. Am Terrorüberfall auf Israel vom 7. Oktober 2023 mit über 1200 Toten beteiligten sich neben der Hamas auch die PFLP.
Ibrahim gilt als Mitglied des „Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees“ – laut Berliner Verfassungsschutzbericht von 2024 eine Dachorganisation für gemeinsame Veranstaltungen von PFLP und der islamistischen Terrororganisation Hamas. Im August vergangenen Jahres hatte der Neuköllner Verband der Linken ein Sommerfest gemeinsam mit dem Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitee ausgerichtet. Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Palästinasolidarität Berlin erklärte damals in einem offenen Brief, gemeinsam mit dem Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitee „jede Woche gegen den Völkermord in Gaza auf die Straße (zu) gehen“.
Auch der „Tagesspiegel“-Journalist Alexander Fröhlich postete auf X ein Bild, das Ibrahim Ibrahim mit dem Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak zeigte.
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