Der CDU-Politiker Philipp Amthor verzichtet nach umfassender Kritik auf seinen Strandkorb in seinem Büro im Kanzleramt. Amthor habe entschieden, „dass der Strandkorb abtransportiert wird“, erklärte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer in Berlin. Er werde zurück in Amthors Heimat „nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht“.

Der 33-jährige Amthor ist seit der Regierungsumbildung Ende Juli Staatsminister für Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt. In der ZDF-Dokumentation „Inside CDU“ war gezeigt worden, wie er sich im Sommer den Strandkorb aus seiner Heimat ins Kanzleramt liefern ließ.

„Ja, das sieht doch super aus“, sagt er in der Dokumentation, als das gute Stück vom Lieferanten ins Freie gerollt wird. Dann spricht er darüber, wie es ausgerichtet werden sollte. „Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich den mal nutze zum Erholen, dann kann ich mir den immer noch in den Kanzlergarten drehen“, sagt Amthor.

Social-Media-Nutzer werfen Amthor Überheblichkeit vor

Die Szene im Kanzleramt löste etliche Reaktionen in den sozialen Netzwerken aus. Gleich mehrere Instagram-Nutzer schrieben, sie hätten zuerst gedacht, dass es sich um Satire handle oder um KI-generierte Inhalte. Ein User sprach von „politischer Dekadenz im Endstadium“, ein anderer User schrieb: „Dagegen wirkt Ludwig XIV. wie ein bodenständiger Dude.“

Einige Nutzer nahmen die Szene aber auch mit Humor. „Ach irgendwie ist das lustig mit dem Strandkorb. Ich gönne ihm den Strandkorb“, schrieb eine Nutzerin unter einem Beitrag. So oder so: Die Szene polarisiert. Allein der Instagram-Beitrag von „ZDF heute“ zu Amthor bei „Inside CDU“ wurde bis Montagvormittag mehr als 1900 Mal kommentiert.

Ein Regierungssprecher stellt auf Nachfrage der dpa am Montag klar, dass Amthor den Strandkorb selbst bezahlt hat. Zuvor hatte auch die Funke Mediengruppe einen Regierungssprecher zitiert, dass für Bestellung, Anlieferung und Aufbau des Strandkorbs „keine öffentlichen Mittel aufgewendet worden“ seien. Amthor habe den Strandkorb privat gekauft und Anlieferung sowie Aufbau selbst bezahlt.

„Der Strandkorb steht für Verbundenheit zur Heimat bei Herrn Amthor“, sagte Meyer weiter. „Er wurde im Wahlkreis des Staatsministers auf der Insel Usedom gefertigt.“ Amthor habe diesen als „sichtbares Symbol seiner Heimat in das Bundeskanzleramt mitnehmen“ wollen. Die Kritik nehme der Staatsminister „sehr ernst“, weshalb er den Strandkorb nun wieder entfernen lasse.

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