Nach den Wahlsiegen der AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern könnte die Partei laut einer Umfrage auch in Hamburg deutlich zulegen. Von ihren Ergebnissen in den beiden ostdeutschen Ländern bliebe sie aber weit entfernt.
Würde an diesem Sonntag in der Hansestadt eine neue Bürgerschaft gewählt, käme die AfD auf 14 Prozent, heißt es in einer repräsentativen Online-Befragung des Hamburger Wahlforschungs-Instituts Trend Research im Auftrag von Radio Hamburg. Befragt wurden den Angaben zufolge zwischen dem 22. und 27. September 975 Wahlberechtigte ab 16 Jahren.
In Sachsen-Anhalt hatte die AfD am 6. September fast 44 Prozent der Stimmen erreicht, in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September mehr als 38 Prozent und in Berlin über 16 Prozent.
SPD bleibt trotz Verlusten stärkste Kraft
Bei der Bürgerschaftswahl im März vergangenen Jahres hatte die AfD 7,5 Prozent erreicht. Der aktuellen Umfrage zufolge käme sie mit Ausnahme der unter 30-Jährigen in allen Altersgruppen auf mindestens 14 Prozent. Bei Frauen und Männern liegt sie demnach gleichermaßen bei 14 Prozent.
Trotz des Anstiegs am rechten Rand könnte die rot-grüne Koalition in Hamburg weitermachen. Die SPD unter Bürgermeister Peter Tschentscher verlöre zwar fünf Prozentpunkte und käme auf 29 Prozent, bliebe aber mit Abstand stärkste Kraft.
Die Grünen unter der Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank wiederum müssten einen Verlust von einem Prozentpunkt hinnehmen und erreichten 18 Prozent. Die nächste reguläre Bürgerschaftswahl steht in Hamburg im Jahr 2030 an.
Linke würden sich auf 15 Prozent verbessern
Der Befragung zufolge könnten sich auch die Linken freuen. Hatten sie ihr Ergebnis im vergangenen Jahr schon um mehr als zwei Punkte auf gut elf Prozent steigern können, ginge es nun um weitere vier Punkte auf 15 Prozent nach oben. Verdanken kann die Partei das vor allem den Frauen und jüngeren Wählern. So kommen die Linken bei den unter 30-Jährigen in der Umfrage auf 27 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen auf 26 Prozent.
Großer Verlierer der Wahl wäre die CDU. Hatte sich die Partei im vergangenen Jahr von ihrem bislang schlechtesten Ergebnis 2020 in Höhe von gut 11 Prozent wieder auf fast 20 Prozent vorgekämpft, fiele sie der Umfrage zufolge wieder auf 12 Prozent zurück. BSW, FDP und Volt würden mit drei bis einem Prozent sämtlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Die Umfragewerte im Überblick:
- SPD: 29 Prozent
- Grüne: 18 Prozent
- Linke: 15 Prozent
- AfD: 14 Prozent
- CDU: 12 Prozent
- Sonstige: 12 Prozent
Für die repräsentative Umfrage hat das Wahlforschungsinstitut Trend Research im Auftrag von Radio Hamburg zwischen dem 22. und 27. September 975 wahlberechtigte Personen befragt.
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