Die russischen Behörden haben einen massiven ukrainischen Drohnenangriff auf die Region St. Petersburg gemeldet. Der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, schrieb im Onlinedienst Telegram, 126 Drohnen seien abgeschossen worden. Trümmer seien auf Wohnhäuser, Autos und Stromleitungen gestürzt und hätten Stromausfälle verursacht. „Ein großangelegter Angriff mit UAVs (unbemannten Luftfahrzeugen) wird weiterhin abgewehrt“, schrieb Drosdenko.
Der Gouverneur der Stadt, Alexander Beglow, teilte mit, der ukrainische Angriff habe ein Feuer im St. Petersburger Öllager ausgelöst, das bereits im Juni getroffen worden war. „Die Luftverteidigungssysteme sind im Einsatz“, schrieb Beglow auf Telegram. „Aus Sicherheitsgründen“ sei der Betrieb am Petersburger Flughafen Pulkowo eingeschränkt worden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte vor einigen Tagen der „Financial Times“ gesagt, die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Einstellung der beiderseitigen Angriffe auf Energieinfrastruktur sei für ihn „aufgehoben“. Die Angriffe würden wieder aufgenommen.
Trump setzt geplante Sanktionen gegen Russland aus
Zwei Tage vor deren Inkrafttreten hat Trump derweil beschlossene Sanktionen gegen Russland per Dekret auf Eis gelegt. Sein Vorgehen begründete er am Freitag (Ortszeit) mit dem „nationalen Interesse der Vereinigten Staaten“. Während Selenskyj den USA vorwarf, Putin zu „belohnen“ und zu weiteren Angriffen zu „ermutigen“, bezeichnete der Kreml den Vorgang als „historischen Moment“.
„Ich verzichte auf die Anwendung der im Graham Act vorgesehenen Sanktionen, Beschränkungen und Zölle“, heißt es in dem vom Weißen Haus veröffentlichten Erlass. Dies geschehe unter Berufung auf das „nationale Interesse der Vereinigten Staaten“.
Das nach dem im Juli gestorbenen US-Senator Lindsey Graham benannte Sanktionspaket war Mitte September vom US-Kongress verabschiedet worden. Es sah Einreiseverbote gegen Kreml-Chef Wladimir Putin und eine Reihe Militärvertreter vor.
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