Der Grünen-Haushaltspolitiker Leon Eckert hat die Pläne von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CDU) zur Verschärfung von Deutsch-Tests für Ausländer kritisiert. Dies hatte Dobrindt deshalb vorgeschlagen, um Betrugsversuche zu verhindern.

Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte Eckert, Prüfungsbetrug müsse verfolgt werden. Doch statt die Regeln für „alle ehrlichen Prüflinge“ zu verschärfen, müsse das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sein „Sicherheitsleck“ schließen.

„Herr Dobrindt halbiert die Deutschkurse, streicht die meisten Wiederholungsmöglichkeiten und hebt dann die Prüfungshürde an. Das ist keine Betrugsbekämpfung, das ist Sparpolitik auf dem Rücken derer, die Deutsch lernen wollen“, sagte Eckert.

Leon Eckert (Bündnis 90/Die Grünen) kritisiert das Bundesinnenministerium

Dem Innenministerium zufolge wurden vermehrte Betrugsversuche bei Deutsch-Tests beklagt. Teilnehmer der Integrationskurse hätten demnach die schriftlichen Testaufgaben und -lösungen „über das Internet illegal erworben“ und im Prüfungsteil „Hören und Lesen“ eingetragen. Minister Dobrindt will nun mit einer Verordnung erwirken, dass Prüfungen nicht mehr als bestanden gelten, wenn andere Prüfungsteile nicht oder nur unzureichend bearbeitet wurden.

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm, begrüßte die geplanten Änderungen. Es sei „absolut richtig“, dass der Bundesinnenminister bei den Sprachtests prüfe, „wie man Tricksereien und Betrügereien einen Riegel vorschiebt“, sagte Throm der „NOZ“. Er befürworte auch, die Testanforderungen zu erhöhen. „Schließlich geht es bei Sprachkenntnissen nicht um eine Formsache, sondern um einen wichtigen Integrationsnachweis“, argumentierte Throm.

Er verweist auf etwa 1,3 Milliarden Euro Steuermittel, die im Jahr 2025 für die Integrationskurse flossen. Tricksereien und Betrügereien durch Teilnehmer offenbarten eine „besondere Respektlosigkeit“.

„Bild“ zufolge hatten im vergangenen Jahr 318.550 Zuwanderer den Deutsch-Test absolviert. Er ist in den meisten Fällen der Abschluss des Integrationskurses. Von dieser Gruppe erreichten 175.193 (55 Prozent) das B1-Sprachniveau, mit dem sich Ausländer auf Deutsch im Alltag verständigen können. 102.663 (32,2 Prozent) erreichten das niedrigere A2-Niveau und 40.694 (12,8 Prozent) blieben unter dem A2-Niveau.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.