Nach mehr als vier Jahren Haft in Russland ist US-Bürger Stephen Hubbard freigelassen worden. Das berichten russische Staatsmedien am Mittwoch. Der russische Präsident Wladimir Putin empfing zuvor den US-Sondergesandten Steve Witkoff zu Gesprächen in St. Petersburg.

US-Präsident Donald Trump hatte Putin um die Freilassung des seit Jahren inhaftierten US-Bürgers gebeten. Der Lehrer im Ruhestand war im Oktober 2024 in Moskau wegen angeblichen „Söldnertums“ für die Ukraine zu einer Haftstrafe von fast sieben Jahren verurteilt worden.

Die Inhaftierung Hubbards durch Russland war nach dem Großangriff auf die Ukraine im Februar 2022 zunächst geheimgehalten worden. Nach mehr als zweijähriger Inhaftierung wurde er dann vor Gericht gestellt. Die russischen Ermittler gaben an, der frühere Lehrer sei einem ukrainischen Verteidigungsbataillon beigetreten und habe dafür „mindestens tausend Dollar“ Sold pro Monat erhalten. Er selbst bestritt die Vorwürfe.

US-Bürger Stephen Hubbard vor Gericht in Moskau 2024

Zur Zeit seiner Verurteilung war Hubbard 72 Jahre alt. Ein früherer ukrainischer Mitgefangener berichtete im Herbst 2024, der US-Bürger sei wie viele andere Inhaftierte mit Essensentzug und Elektroschocks gefoltert worden.

Am Mittwoch hatte der russische Inlandsgeheimdienst FSB die Festnahme eines deutschen Staatsangehörigen gemeldet, der aus den ukrainischen Streitkräften geflüchtet sein soll. Er sei als ausländischer Söldner und Scharfschütze desertiert, nachdem er das versprochene Geld nicht erhalten habe, teilte der FSB nach Angaben der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass mit.

Es werde über die Einleitung eines Strafverfahrens wegen Söldnertums entschieden, hieß es. Der Mann soll laut dem Bericht von 1996 bis 2010 in der Bundeswehr gedient haben.

Putin berät mit Witkoff über Ukraine-Krieg

Bei dem Gespräch zwischen Putin und Witkoff soll es unterdessen um ein Ende des Ukraine-Kriegs gehen. Witkoff erklärte, es gebe eine Grundlage für einen Waffenstillstand. Er hoffe, dass Putin einer Wiederaufnahme von Verhandlungen zwischen den drei ⁠Parteien – Russland, ​den USA ‌und der Ukraine – zustimme, meldeten die russischen Nachrichtenagenturen Interfax und Tass.

Putin dankte bei dem Treffen US-Präsident Donald Trump für dessen Bemühungen um eine Beilegung des Krieges. Der Kremlchef betonte, Russland sei an einer ‌Wiederherstellung der Wirtschaftsbeziehungen zu den ⁠USA ​interessiert.

Zudem erkundigte sich Putin nach Witkoffs Unterredung mit ⁠dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Dienstag in Oslo. US-Außenminister Marco Rubio hatte diese Begegnung ‌als positiv bezeichnet und ⁠angekündigt, ‌Witkoff ​werde die ⁠Ergebnisse der russischen ​Seite präsentieren. Witkoff war am ‌Mittwoch ​in die russische Metropole weitergereist.

Der US-Unterhändler hatte am Dienstag auch mit europäischen Spitzenpolitikern in Norwegen gesprochen. Er will von den Europäern und Amerikanern erarbeitete Vorschläge für eine Friedenslösung in dem russischen Angriffskrieg nun Putin unterbreiten.

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