Ein Mann in einem Auto hat in zwei Gemeinden bei Paris mehrere Schüsse abgefeuert. Es gebe mindestens einen Toten und vier Verletzte, teilte die französische Nationalpolizei mit. Der Mann sei festgenommen worden.

Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Paris übernahm den Fall. Die Tat sei „aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer angeblichen Rasse, Ethnie, Nation oder bestimmten Religion begangen“ worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Mann hatte am Freitagvormittag gegen 10:30 Uhr in Trappes und der benachbarten Gemeinde La Verrière im Département Yvelines aus einem Auto heraus das Feuer eröffnet, wie die Polizei mitteilte. Der französische Innenminister Laurent Nuñez gab an, dass der Verdächtige mit einer automatischen Waffe geschossen habe. Anschließend wurde der Täter im nahe gelegenen Coignières festgenommen. Die örtlichen Behörden schlossen nicht aus, dass sich die Zahl der Opfer noch ändern könnte.

Nach Angaben des Bürgermeisters von Trappes, Ali Rabeh, schoss der Täter offenbar wahllos aus seinem Fahrzeug. Dem Sender BFMTV sagte Rabeh, der Mann habe offensichtlich ein „Blutbad“ anrichten wollen. Das Todesopfer sei „afrikanischer Herkunft“, ein Verletzter in Lebensgefahr sei zudem „maghrebinischer Herkunft“.

Die Stadt kündigte an, eine Stelle für psychologische Betreuung einzurichten. Unter den Verletzten befindet sich demnach auch ein zwölfjähriges Mädchen.

Vorfälle seien „sehr ernst“, sagt Frankreichs Premier

Präsident Emmanuel Macron zeigte sich auf der Plattform X tief erschüttert wegen der Attacke. Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu bezeichnete die Vorfälle im Onlinedienst X als „sehr ernst“. Die Sicherheits- und Justizbehörden seien mit allen verfügbaren Mitteln im Einsatz. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft habe angekündigt, die Lage zu beobachten, schrieb Lecornu.

Die Tat ereignete sich in einer angespannten Lage in Frankreich. Am Wochenende zuvor war es bei Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu schweren Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden Geschäfte geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und Gebäude in Brand gesetzt. In mehreren Großstädten verhängten die Behörden daraufhin nächtliche Ausgangssperren.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.