Tausende Menschen haben in Jena gegen einen Auftritt des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke demonstriert. Zum Protest im Stadtteil Lobeda-West hatten unter anderem die beiden Bündnisse „Rechtsruck stoppen“ und „Jena solidarisch“ aufgerufen. Die Polizei ging nach ersten Schätzungen von 3000 Teilnehmern aus, wie eine Sprecherin vor Ort sagte. Das Bündnis „Rechtsruck stoppen“ sprach sogar von 4000.
Mehrere Straßensitzblockaden seien mit Gewalt aufgelöst worden, hieß es in einer Mitteilung der Polizei nach der Veranstaltung. Vereinzelt wurde demnach auch Pfefferspray eingesetzt.
Der Einsatz sollte nach Angaben der Polizei „die Sicherheit aller Teilnehmer des Bürgerdialogs“ und „der Schutzperson“ gewährleisten. Es sei auch darum gegangen, „die Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu schützen und zu ermöglichen“.
Notbeleuchtung: Als Björn Höcke beim Bürgerdialog reden wollte, fiel der Strom ausDas Bündnis „Rechtsruck stoppen“ teilte mit, die Polizei habe Höcke „unter Einsatz von massiver Gewalt gegen Protestierende“ den Zugang zum Stadtteilzentrum verschafft. Teilnehmende berichteten demnach von einem „unverhältnismäßigen Einsatz von Pfefferspray, Schlagstöcken und Tritten gegen Protestierende“.
Bei der Protestaktion seien vier Beamte verletzt worden, hieß es weiter von der Polizei. Sieben Straftaten wurden demnach aufgenommen, unter anderem wegen Sabotage der Stromverteilung am Veranstaltungsort. Vor Beginn war der Strom in der Veranstaltungshalle ausgefallen.
Höcke trat am Abend bei einem Bürgerdialog der AfD mit den beiden Landtagsabgeordneten Elisabeth Mengel-Stähle und Denny Jankowski im Stadtteilzentrum von Lobeda-West auf. Die Veranstaltung begann mit Verzögerung. Höcke hielt seine Rede ohne Mikrofon im Halbdunkel.
Mehrere tausend Menschen kamen nach Jena-Lobeda zur Anti-Höcke-DemoZu den Rednern beim Protest zählten die Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss (Linke) und der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora, Jens Christian Wagner. Die Teilnehmer sangen und riefen antifaschistische Parolen wie „Wehrt euch, leistet Widerstand gegen den Faschismus hier im Land“.
Vor gut zwei Jahren hatten Demonstranten einen Auftritt von Höcke in Jena verhindert. Wenige Tage vor der Landtagswahl 2024 war ebenfalls ein Bürgergespräch mit dem AfD-Politiker geplant gewesen, das jedoch „aufgrund der Vielzahl an Personen und der unübersichtlichen Lage vor Ort“ kurzfristig abgesagt werden musste, wie die Polizei damals mitteilte.
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