Nach dem überraschenden Tod von Hubert Aiwanger herrschen in der Politik große Bestürzung und Trauer. Der bayerische Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) schildert auf dem Portal LinkedIn, dass er noch wenige Stunden zuvor versucht habe, sich mit dem Bundesvorsitzenden der Freien Wähler zu verabreden.
„Weil wir heute beide in Berlin waren, hab‘ ich ihm mittags eine SMS geschrieben, ob wir was zusammen essen wollen“, schrieb der stellvertretende Vorsitzende der Freien Wähler.
Statt gemeinsam essen zu gehen, sei er dann am Nachmittag gebeten worden, krankheitsbedingt für Aiwanger einzuspringen – wofür genau, schrieb Mehring nicht. „Ich wünschte ihm eine gute Besserung und ging quasi von einem Schnupfen aus.“
Laut Medienberichten hatte Aiwanger sich wegen Unwohlseins abgemeldet und war in seinem Berliner Hotel geblieben, wo er schließlich am Mittwoch leblos gefunden wurde. Er starb im Alter von 55 Jahren. Zur Todesursache wird noch ermittelt.
Die Nachricht von Aiwangers Tod habe ihn völlig unvorbereitet getroffen, so Mehring weiter: „Jetzt im Hotel zu sitzen und verstehen zu müssen, dass Hubert gestorben ist, fühlt sich komplett surreal an.“ Er sei „fassungslos und traurig“, versuche zu funktionieren und wünsche Aiwangers Familie „von Herzen Beileid und viel Kraft“. Sein Posting endete mit: „Wir alle verdanken ihm so viel. Ruhe in Frieden, Hubert!“
„Wir können es noch überhaupt nicht fassen“
Auch im bayerischen Wirtschaftsministerium herrscht Fassungslosigkeit. Sprecher Jürgen Marks hatte Aiwanger nach eigenen Angaben noch vor wenigen Tagen auf einer Delegationsreise nach Polen begleitet. „Er war voller Kraft, er war voller Tatendrang. Er war nah bei den Menschen, wie man ihn so kannte“, sagte Marks dem Nachrichtensender WELT TV. „Er war so voller Kraft und Tatendrang, dass wir alle geschockt und bestürzt sind. Niemand hat damit rechnen können. Momentan wissen wir alle nicht so genau, wie seine Lücke geschlossen werden kann.“
Jürgen Marks war Pressesprecher von Hubert Aiwanger und ist stellvertretender Regierungssprecher in Bayern. Marks versucht die Stimmung im bayerischen Wirtschaftsministerium in Worte zu fassen.Die Stimmung im Ministerium beschreibt Marks so: „Die Menschen stehen in den Räumen zusammen. Es fließen auch Tränen. Wir können es noch überhaupt nicht fassen.“
Die Amtsgeschäfte soll zunächst Staatssekretär Tobias Gotthardt von den Freien Wählern übernehmen. Er befindet sich laut Marks derzeit noch auf einer Delegationsreise in Singapur. „Er geht sofort ins Flugzeug und wird morgen in Bayern sein.“ Gotthardt sollen zudem Amtschefin Sabine Jarothe und Ministerialdirektor Frank Messerer zur Seite stehen.
Am Freitag wolle das Ministerium bei einer Pressekonferenz darüber informieren, wie es weitergeht.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte an, die gemeinsame Politik von CSU und Freien Wählern in Bayern fortzusetzen. Er habe mit Aiwanger eng zusammengearbeitet, gemeinsam hätten sie eine bürgerliche, liberal-konservative Politik gemacht. Söder sagte, mit Aiwanger gehe „ein echtes Mannsbild, ein starker Bayer, guter Wirtschaftsminister, aber auch ein warmherziger Mensch“. Söder ordnete Trauerbeflaggung im Freistaat an.
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